So selbstbewusst ist die Wittener Jugend

Bühnenshow statt Unterricht: Schüler wie Lisa Schulze (li.) und Pia Engelbrecht präsentierten ihr Können auf Instrumenten wie der Querflöte.
Bühnenshow statt Unterricht: Schüler wie Lisa Schulze (li.) und Pia Engelbrecht präsentierten ihr Können auf Instrumenten wie der Querflöte.
Foto: Barbara Zabka FUNKE Foto Service
Was wir bereits wissen
Bei der Talentgala des Schiller-Gymnasiums zeigten Schüler, was in ihnen steckt. Selbstgemachte Musik, Tanzeinlagen und Poesie begeistern Zuschauer.

Witten..  Kolja Plettner (16) und Julius Lorscheider (15) sind zwei junge Männer, die sich ihrer Sache ziemlich sicher sind. Zumindest an der Oberfläche, denn was in ihnen vorgeht, lässt sich nur erahnen.

Für das Publikum sichtbar ist nur ihr souveräner Gang zur Bühne. Kaum beeindruckt von den vielen Augen, die die beiden beobachten, legen sie los. Sie spielen auf dem Klavier und auf der Geige zwei Sätze von Schubert. Die Vorstellung der beiden klingt so professionell, dass man sich kaum vorstellen kann, dass sie so jung sind. Das Publikum lauscht ruhig den Klängen, die die beiden mit flinken Fingern perfekt erzeugen.

Lässige Sitzhaltung, cooler Gang

Die jungen Männer waren nicht die einzigen, die vergangenen Donnerstag ihr Können zur Schau stellten: Bei der Talentgala des Schiller-Gymnasiums zeigten 22 junge Leute ihre verborgenen Fähigkeiten -- manche von ihnen das erste Mal auf einer Bühne. An diesem Abend sollte es nämlich nicht um schulische Leistung und Bewertung gehen. Vielmehr ging es um eine besondere Leidenschaft oder ein Hobby.

Das von Hanno (15) zum Beispiel: Wenn Hanno nicht gerade im Matheunterricht Formeln paukt, schreibt er Gedichte. Auf der Bühne rezitierte er drei davon, gefühlvoll und seelenruhig. Lässige Sitzhaltung, ein cooler Gang, ein etwas verträumter Blick; und anregende, persönliche Gedichte. „Ich nutze das Schreiben von Gedichten, um Situationen zu verarbeiten und meine Gefühle auszudrücken“, erklärt er den Zuschauern von der Bühne aus.

Die Moderatorin des Abends, eine ehemalige Schülerin, führte locker und fröhlich durchs Programm. Von Musikstücken, gespielt auf unterschiedlichen Instrumenten, über Tanz bis zur Lesung von eigenen Gedichten oder sogar einem selbstverfassten Roman waren die Beiträge vielseitig.

Dabei sein ist alles

Insgesamt muss man ein großes Lob an alle Teilnehmer aussprechen, die sich getraut haben. Kaum sichtbar bis überhaupt nicht nervös schienen sie alle, als sei es selbstverständlich, auf der Bühne zu stehen. Zurecht wurde kein Sieger gekürt - es ging an diesem Abend nicht ums Dabei sein, nicht ums Gewinnen. Jeder Auftritt war anders und besonders an sich und überraschte die Zuschauer.

Auch Schulleiter Gerhard Koch war die Begeisterung anzusehen, als alle Teilnehmer des Abend noch einmal auf die Bühne gebeten und mit einem tosenden Applaus beglückwunscht wurden.

Die Erleichterung über einen erfolgreichen Abend stand allen deutlich ins Gesicht geschrieben.