Sieben Spender könnten den alten Kotten noch retten

Dr. Marc Junge hofft, dass sich noch Spender finden.
Dr. Marc Junge hofft, dass sich noch Spender finden.
Foto: Thomas Nitsche
  • Der Verein hat das Geld für den Kauf des Kottens fast zusammen. Nur sieben Spenden-Zusagen fehlen
  • Ohne sie wäre das Projekt in Rüdinghausen allerdings gescheitert. Und die Zeit drängt
  • Klappt der Kauf doch, dann hat der Verein für das historische Haus große Pläne

Witten-Rüdinghausen..  Der Verein, der den Günnemann-Kotten retten und erhalten will, hat das Unmögliche fast geschafft: 18 Personen aus der Nachbarschaft haben sich in einer Leih- und Schenkgemeinschaft zusammengeschlossen und zugesagt, zwischen 1500 und 3000 Euro für den Kauf des Kottens zu spenden. Jedoch: Sieben fehlen noch, damit die Bank dann die nötige Bürgschaft gibt. Sieben mal 1500 Euro – sonst war alle Müh’ und Arbeit umsonst.

Wochenlang ist der Vereinsvorsitzende Dr. Marc Junge in Rüdinghausen von Tür zu Tür gegangen, hat Nachbarn, die er kannte, aber auch Wildfremde um Unterstützung gebeten. Das ist ihm nicht leicht gefallen. „Es war eine große Überwindung“, gibt der 55-Jährige zu. Das Ergebnis aber könne sich sehen lassen: „Die Bereitschaft zu helfen war unheimlich groß.“ Viele hätten kleinere Spenden gegeben, manche zugesagt zu helfen, wenn erst einmal alles in trockenen Tüchern ist. „Und niemand, wirklich niemand hat mir die Tür vor der Nase zugemacht“, versichert Junge.

Viele Menschen sollen eingebunden werden

Immerhin 18 Anwohner wollen für den Kotten ganz tief in die Tasche greifen: Zwölf verpflichteten sich, fünf Jahre lang monatlich 25 Euro zu spenden – also 1500 Euro insgesamt – sechs wollen sogar das doppelte geben. Wenn jetzt noch sieben dazukommen, stellt die GLS-Bank Bochum das nötige Geld für die Übernahme des 350 Jahren alten Hauses zur Verfügung.

„Es geht darum, dass möglichst viele Menschen hinter dem Projekt stehen und sich daran binden“, erklärt der Historiker das Konzept. Und wenn jetzt doch noch ein Großsponsor käme, der die fehlenden 10 500 Euro komplett übernimmt? „Dann würden wir natürlich auch nicht Nein sagen.“

Morderne Küche und Toiletten werden angebaut

Denn schließlich haben Junge und der Verein jede Menge mit dem Günnemann-Kotten vor: In dem historischen Haus soll ein Heimatmuseum entstehen, das Archiv des Heimatvereins seinen Platz finden. Es soll einen Schulungsraum geben und ein kleines Café, das am Wochenende bewirtschaftet wird. An das Haus soll eine moderne „Versorgungseinheit“ mit Toiletten und Küche angebaut werden. Zu mieten sein soll das kleine Museum dann, als Veranstaltungsraum, als Treffpunkt, als Kulturort.

Bach Brunebecke soll renaturiert werden

Und noch etwas hat sich der Verein vorgenommen: Der Bach Brunebecke, der über das 6000 Quadratmeter große Grundstück an der Brunebecker Straße 98 fließt, soll renaturiert werden.

Dafür hat das Landesumweltministerium bereits eine große Summe in Aussicht, die nötige Eigenleistung von 20 Prozent durch private Sponsoren sei bereits gesichert, erklärt Junge – und das nötige Fachwissen gibt es im Verein auch.

Friedhelm Specht wird schmerzlich vermisst

Überhaupt Fachwissen: Mehrere Handwerker haben bereits zugesagt beim Wiederaufbau zu helfen, wenn es denn klappen sollte, den Kotten zu kaufen. Auch Architektur-Studenten würden helfen, die historische Bausubstanz wieder in Schuss zu bringen. Nur einer wird schmerzlich vermisst: Friedhelm Specht, der das Projekt angestoßen und vorangetrieben hatte, ist verstorben.

„Ohne ihn ist alles viel schwieriger geworden – uns fehlen sein Wissen, sein Wirken, seine Tatkraft“, klagt Junge.Umso mehr hofft er, dass sich die fehlenden Unterstützer jetzt finden lassen – damit die langjährige Arbeit des alten Rüdinghausers nicht vergebens war.

>>>KONTAKT ZUM VEREIN

Die Zeit drängt: Bis 10. Dezember muss der Verein die sieben fehlenden Spender der Bank nennen, sonst kommt der Vertrag nicht zustande. Die Spender müssen natürlich nicht zwingend aus Rüdinghausen kommen.

Wer sich vorstellen könnte, über fünf Jahre monatlich 25 Euro zu spenden, der kann sich an Dr. Marc Junge, 800990, Mail: marc.junge@rub.de wenden. Vertragsunterlagen sind beim Verein zu erhalten.

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