Sicherheitsdienst soll in Witten Unterkünfte bewachen

Das Gästehaus der Uni Dortmund in der Bommerholzerstraße könnte Flüchtlingsunterkunft werden.
Das Gästehaus der Uni Dortmund in der Bommerholzerstraße könnte Flüchtlingsunterkunft werden.
Foto: FUNKE Foto Service
Was wir bereits wissen
Die Stadt beauftragt ab 1. März eine private Firma, um die Wohnstätten der Asylbewerber zu schützen. Wie die mobilen Einheiten genau vorgehen

Witten..  Die Stadt will ab März einen privaten Sicherheitsdienst einsetzen, um die Wittener Flüchtlingsunterkünfte auch nachts zu bewachen. In erster Linie sollen die Kräfte die Wohnungen und Häuser vor Übergriffen von außen schützen.

„Aber es geht auch darum, innerhalb der Unterkünfte dafür zu sorgen, dass die Bewohner die Hausordnung einhalten“, erklärt Uwe Andresen vom städtischen Amt für Bauen und Wohnen. Zurzeit sei man dabei, die Verträge mit dem Unternehmen zu unterzeichnen. „Wir wünschen uns, dass die Firma zum 1. März startet.“

200 private Wohnungen

630 Asylbewerber vor allem aus Krisengebieten wie Syrien und Irak, aber auch aus Albanien, Algerien, dem Kosovo und Bosnien leben zurzeit in Witten – 20 Prozent mehr als geplant. Die Stadt unterhält vier eigene Mehrfamilienhäuser mit mehreren Wohnungen, in denen die Flüchtlinge untergebracht sind. Außerdem hat sie 200 private Wohnungen angemietet.

Wo die Objekte genau sind, soll nicht öffentlich werden. „Wir wollen die Bewohner vor Angriffen aus der rechten Szene bewahren“, begründet Andresen die Maßnahme, einen privaten Sicherheitsdienst zu beauftragen. Zwar sei es in Witten bisher nicht zu schwerwiegenden Vorfällen gekommen. Die Nähe zu Dortmund mit einer starken rechtsradikalen Szene und Übergriffe auf Flüchtlinge in anderen Städte nehme man aber sehr ernst.

Nicht alles konfliktfrei

„Wir als Stadt können es nicht leisten, rund um die Uhr aufzupassen. Uns fehlt das Personal.“ Tagsüber würden die Flüchtinge wie gehabt von städtischen Mitarbeitern betreut, erklärt Andresen. „Der Sicherheitsdienst übernimmt die Nachtschicht.“ Vor allem sei das die Überwachung der Unterkünfte von außen. „Die Wachleute werden in mobilen Einheiten unterwegs sein.“ Die sollen auch innerhalb der Wohnungen kontrollieren. „Da läuft ja nicht alles konfliktfrei ab“, sagt der Mitarbeiter vom Wohnungsamt. Manchmal würden Leute dort übernachten, die nicht befugt seien. „Dann darf der Sicherheitsdienst eingreifen.“

Durchaus bewusst sind Andresen die Ereignisse aus Burbach und Bad Berleburg vom Herbst. Damals hatten private Sicherheitsleute Flüchtlinge in einem Heim u.a. mit einem Schlagstock misshandelt. „Die Mitarbeiter, die in Witten eingesetzt werden, mussten eine spezielle Überprüfung durchlaufen“, versichert der Abteilungsleiter. Ein polizeiliches Führungszeugnis sei nur eine von mehreren Bedingungen gewesen.

25 bis 30 Menschen kommen monatlich

Nach wie vor sucht die Stadt händeringend Unterkünfte wegen des Flüchtingsstroms, der nicht abebbt: 25 bis 30 Menschen kommen monatlich. Der Poker um das frühere Gästehaus der Uni Dortmund geht weiter. Andresen: „Wir sind in Verhandlungen mit dem Land.“ Wie die ausgehen, sei ungewiss.