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Zentraler Park — aber kein Central Park

03.10.2011 | 17:43 Uhr
Zentraler Park — aber kein Central Park
Der Breddegarten Foto Thomas Schild / WAZ FotoPool

Witten.Das schönste Fleckchen Erde ist er gewiss nicht, dafür aber eines, das dem Ordnungsamt als Problemzone bekannt ist: Im Hinterhof der Innenstadt, zwischen Bahnhofstraße und Boecker-Stiftung, schlummert der Breddegarten.

Von den meisten Passanten lediglich als Durchgang genutzt, wird sein Potenzial als „Grüne Lunge“ der City häufig verkannt. Kein Wunder, hat der Breddegarten doch weder die Fläche noch den Ruf dazu, sich zu einem Wittener „Central Park“ zu mausern.

Bierflaschen, Kronkorken und und verwitterte Verpackungen benachbarter Fast-Food-Restaurants lassen zwar auf eine rege, aber offensichtlich nicht sorgsame Nutzung der Sitzgruppen schließen. Der Breddegarten bietet in den Abendstunden all denen eine einladende Örtlichkeit, die nach einem Platz für den Verzehr erworbener Waren Ausschau halten. Der Alkoholgenuss beflügelt einige Jugendgruppen hier zu den ersten Knutsch-Erlebnissen. Gelächter und der blecherne Klang basshaltiger Deutschrap-Musik aus viel zu kleinen Handy-Lautsprechern verliert sich im Labyrinth der Wege und Trampelpfade.

Garten mit Potenzial

Doch im Schatten mehrstöckiger Hausfassaden und angrenzender Garagenhöfe hat sich hier manch ein Anwohner seine private Naherholungs-Parzelle geschaffen: Hinter hohen Hecken und Zäunen liegen idyllische Schrebergärten verborgen, die sich dem neugierigen Besucher erst beim zweiten, voyeuristischen Blick durch Torlatten oder Astwerk offenbaren. Sonnige Terrassen und Grillöfen laden die Besitzer hier zur gemütlichen Runde im Familienkreis ein. Rosenblüten, Sonnenblumen und liebevoll angelegte Beete weisen auf die sorgsame Pflege hin, die den Kleingärten zuteil wird.

Außerhalb der Schrebergärtenmauern bemühen sich Stadt und Ordnungsamt, die Weichen für ein ebenso ansprechendes Erscheinungsbild des Parks zu schaffen: Erst im letzten Jahr wurde der öffentliche Spielplatz neu angelegt und seitdem im Zuge regelmäßiger Kontrollen instand gesetzt.

Auch die Eingänge zum Garten wurden verschönert: Aluplatten mit grünen Grashalmen sollen gleichsam Sprayer abhalten wie Spaziergänger anlocken.

Diese punktuelle Umgestaltung des Hinterhof-Parks - darunter auch die von der Stadt heruntergeschnittenen Hecken - soll dazu beitragen, den ungeliebten Unkraut-Durchgang in einen innerstädtischen Erholungs-Treffpunkt zu verwandeln. Ob der Breddegarten dafür das Potenzial besitzt, wird sich zeigen.

Anna Ernst

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