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J. D. Neuhaus

Vom Bauernlieferanten zum Weltmarktführer

14.10.2011 | 15:13 Uhr
Vom Bauernlieferanten zum Weltmarktführer
Am Standort Witten produziert J.D. Neuhaus mit 140 Mitarbeitern Hebezeuge und Krananlagen, die mit Druckluft betrieben werden. Gregor Spork mit einer Zylinderbüchse. Foto: Fischer / WAZ FotoPool

Hattingen.   Im Bereich „hydraulische Hebezeuge“ ist die Firma J. D. Neuhaus aus Witten-Heven Weltmarktführer. Der Familienbetrieb hat sich eine Marktnische erobert.

Nicht allzu weit vom Nordpol haben sie gerade einen 35-Tonnen-Kran auf einer Bohrinsel montiert. Der Kran kommt von J. D. Neuhaus aus Heven. Kaum zu glauben, dass diese Firma einmal mit Holzschaftwinden für die Bauern der Umgebung angefangen hat.

Das nun allerdings ist 266 Jahre her. Ein Dokument vom 9. September 1745 besagt, dass ein gewisser Johann Diedrich Conrad Neuhaus (nun wissen wir auch schon, wo das „J. D.“ herkommt) aus Heven im damals zuständigen Sprockhövel den Kaufleuten seine Holzschaftwinden zur Prüfung vorgelegt hat. Danach durfte er den Titel „Fabrickant“ führen und seine Produkte den Bauern anbieten, die sie beispielsweise beim Radbruch eines Fuhrwerks gut gebrauchen konnten.

Fördertechnik hat die Firma J. D. Neuhaus seitdem immer hergestellt, und gehandelt wurde noch bis in die 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts - zuletzt mit Hydraulikhebern. Der Bergbau war maßgeblich am Aufschwung des Hevener Familienunternehmens beteiligt, das jetzt in siebter Generation von Wilfried Neuhaus-Galladé geleitet wird.

Bis in die 80er Jahre hat die Firma fast ausschließlich vom Bergbau gelebt, den „M 63-Zughub“ kannte jeder Kumpel. Jetzt gehen vielleicht noch um die fünf Prozent der J. D.-Neuhaus-Produkte in Zechen. „Wir mussten damals neue Felder finden und neue Produkte entwickeln“, beschreibt der Geschäftsführende Gesellschafter Wilfried Neuhaus-Galladé den Strukturwandel des Unternehmens.

J. D. Neuhaus fand ein Marktsegment, in dem das Unternehmen sich so gut behauptet, dass die Firma hier inzwischen Weltmarktführer geworden ist: Pneumatische Hebezeuge. Das sind Krananlagen, die mit Druckluft arbeiten, und der Vorteil, so Wilfried Neuhaus-Galladé, ist: „Luft macht keine Funken.“

Diese vier schlichten Worte umschreiben das Erfolgskonzept des Unternehmens. Bei Explosionsgefahr, in widriger Umgebung wie etwa unter Stäuben, in rauer Seeluft oder im Salzwasser arbeitet Druckluft ohne Probleme. Neuhaus-Galladé: „Überall da, wo es stinkt und knallt, da sind wir.“

Mit japanischer Kai-Sen-Philosophie

Das darf auch gerne etwas Kleines sein - J. D. Neuhaus-Krane gibt es schon ab 125 Kilo Tragfähigkeit. Es darf aber auch etwas Größeres sein, 125 Tonnen beispielsweise. Das ist dann ein Kran, der reif ist für die Insel, für eine Bohrinsel. Der bisher größte Auftrag war eine Gesamtanlage aus Kranbrücke mit Antrieben, die ging nach Norwegen. Ansonsten werden Bohrinseln von Singapur bis Texas bestückt, und Aberdeen nicht zu vergessen, den schottischen Hafen.

Die Sache mit dem Weltmarktführer war kein Zufall, das war, man glaubt es kaum, fest eingeplant. „Wir haben uns 2006, im Jahr der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland, vorgenommen, 2011 wollen wir Weltmeister sein“, sagt Wilfried Neuhaus-Galladé, und es fällt auf, dass er sehr häufig „wir“ sagt. Das hat mit der Firmenphilosophie zu tun - Neuhaus-Galladé führt sein Unternehmen als Team und setzt auf die japanische Kai-Sen-Philosophie.

„Wir wollen unsere Mitarbeiter zu Fans machen, sie für die Produkte regelrecht begeistern“, schwärmt Neuhaus-Galladé, der auf „absolutes Einvernehmen“ im Hause setzt und seine Mitarbeiter langfristig an das Haus binden möchte. „Arbeit soll für alle erfreulich sein, keine Bürde.“ Auch der Nachwuchs ist ihm wichtig. „Wir haben hohes Interesse an jungen Ingenieuren, die wir an unsere Produkte heranführen.“

Großauftrag aus USA

Zu diesen Produkten gehört etwa ein Großauftrag aus den USA, 730 Geräte, fünf Millionen Euro Umsatzvolumen, bis August 2012 muss alles fertig sein. 140 Mitarbeiter hat das Unternehmen in Witten, weltweit sind es ungefähr 190. „Bei diesem Weltmarktführer ist die Verknüpfung von Tradition und Innovation bestens gelungen und erlebbar“, sagt Brigitte Drees von der EN-Agentur. „Und das ist besonders beachtlich, da der ehemalige Bergbauspezialist, durch den Strukturwandel seinerzeit stark betroffen, viel Mut, Energie und Einfallsreichtum für neue Markterschließungen und Produktentwicklungen bewiesen hat und auch weiter beweist.“

Den M 63 aber, den Alleskönner unter Tage, den haben sie immer noch im Programm. Der chinesische Bergbau boomt schließlich.

Nicht allzu weit vom Nordpol haben sie gerade einen 35-Tonnen-Kran auf einer Bohrinsel montiert. Der Kran kommt von J. D. Neuhaus aus Heven. Kaum zu glauben, dass diese Firma einmal mit Holzschaftwinden für die Bauern der Umgebung angefangen hat.

Das nun allerdings ist 266 Jahre her. Ein Dokument vom 9. September 1745 besagt, dass ein gewisser Johann Diedrich Conrad Neuhaus (nun wissen wir auch schon, wo das „J. D.“ herkommt) aus Heven im damals zuständigen Sprockhövel den Kaufleuten seine Holzschaftwinden zur Prüfung vorgelegt hat. Danach durfte er den Titel „Fabrickant“ führen und seine Produkte den Bauern anbieten, die sie beispielsweise beim Radbruch eines Fuhrwerks gut gebrauchen konnten.

Fördertechnik hat die Firma J. D. Neuhaus seitdem immer hergestellt, und gehandelt wurde noch bis in die 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts - zuletzt mit Hydraulikhebern. Der Bergbau war maßgeblich am Aufschwung des Hevener Familienunternehmens beteiligt, das jetzt in siebter Generation von Wilfried Neuhaus-Galladé geleitet wird.

Bis in die 80er Jahre hat die Firma fast ausschließlich vom Bergbau gelebt, den „M 63-Zughub“ kannte jeder Kumpel. Jetzt gehen vielleicht noch um die fünf Prozent der J. D.-Neuhaus-Produkte in Zechen. „Wir mussten damals neue Felder finden und neue Produkte entwickeln“, beschreibt der Geschäftsführende Gesellschafter Wilfried Neuhaus-Galladé den Strukturwandel des Unternehmens.

J. D. Neuhaus fand ein Marktsegment, in dem das Unternehmen sich so gut behauptet, dass die Firma hier inzwischen Weltmarktführer geworden ist: Pneumatische Hebezeuge. Das sind Krananlagen, die mit Druckluft arbeiten, und der Vorteil, so Wilfried Neuhaus-Galladé, ist: „Luft macht keine Funken.“

Diese vier schlichten Worte umschreiben das Erfolgskonzept des Unternehmens. Bei Explosionsgefahr, in widriger Umgebung wie etwa unter Stäuben, in rauer Seeluft oder im Salzwasser arbeitet Druckluft ohne Probleme. Neuhaus-Galladé: „Überall da, wo es stinkt und knallt, da sind wir.“

Mit japanischer Kai-Sen-Philosophie

Das darf auch gerne etwas Kleines sein - J. D. Neuhaus-Krane gibt es schon ab 125 Kilo Tragfähigkeit. Es darf aber auch etwas Größeres sein, 125 Tonnen beispielsweise. Das ist dann ein Kran, der reif ist für die Insel, für eine Bohrinsel. Der bisher größte Auftrag war eine Gesamtanlage aus Kranbrücke mit Antrieben, die ging nach Norwegen. Ansonsten werden Bohrinseln von Singapur bis Texas bestückt, und Aberdeen nicht zu vergessen, den schottischen Hafen.

Die Sache mit dem Weltmarktführer war kein Zufall, das war, man glaubt es kaum, fest eingeplant. „Wir haben uns 2006, im Jahr der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland, vorgenommen, 2011 wollen wir Weltmeister sein“, sagt Wilfried Neuhaus-Galladé, und es fällt auf, dass er sehr häufig „wir“ sagt. Das hat mit der Firmenphilosophie zu tun - Neuhaus-Galladé führt sein Unternehmen als Team und setzt auf die japanische Kai-Sen-Philosophie.

„Wir wollen unsere Mitarbeiter zu Fans machen, sie für die Produkte regelrecht begeistern“, schwärmt Neuhaus-Galladé, der auf „absolutes Einvernehmen“ im Hause setzt und seine Mitarbeiter langfristig an das Haus binden möchte. „Arbeit soll für alle erfreulich sein, keine Bürde.“ Auch der Nachwuchs ist ihm wichtig. „Wir haben hohes Interesse an jungen Ingenieuren, die wir an unsere Produkte heranführen.“

Großauftrag aus USA

Zu diesen Produkten gehört etwa ein Großauftrag aus den USA, 730 Geräte, fünf Millionen Euro Umsatzvolumen, bis August 2012 muss alles fertig sein. 140 Mitarbeiter hat das Unternehmen in Witten, weltweit sind es ungefähr 190. „Bei diesem Weltmarktführer ist die Verknüpfung von Tradition und Innovation bestens gelungen und erlebbar“, sagt Brigitte Drees von der EN-Agentur. „Und das ist besonders beachtlich, da der ehemalige Bergbauspezialist, durch den Strukturwandel seinerzeit stark betroffen, viel Mut, Energie und Einfallsreichtum für neue Markterschließungen und Produktentwicklungen bewiesen hat und auch weiter beweist.“

Den M 63 aber, den Alleskönner unter Tage, den haben sie immer noch im Programm. Der chinesische Bergbau boomt schließlich.

Bernd Kassner

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