Senioren fühlen sich am Wannen in Witten abgeschnitten

Am Wannen hält derzeit keine Straßenbahn: Für Gisela Wellach (2. v. re.) und andere Anwohner ein Problem.Foto: Thomas Nitsche - Funke Foto Services
Am Wannen hält derzeit keine Straßenbahn: Für Gisela Wellach (2. v. re.) und andere Anwohner ein Problem.Foto: Thomas Nitsche - Funke Foto Services
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Für Verärgerung bei älteren Anwohnern sorgen Gleisarbeiten am Wannen. Die Straßenbahn fährt nicht und die Ersatzbushaltestelle ist ihnen zu weit weg.

Witten..  Abgeschnitten von der Außenwelt. So fühlen sich zurzeit ältere Anwohner am Wannen in Heven. Aufgrund von Bauarbeiten an den Gleisen verkehrt dort derzeit keine Straßenbahn. Ein Ersatzbus fährt von der Sprockhöveler Straße ab. Für viele Senioren ist das viel zu weit weg, wie Anwohnerin Gisela Wellach betont.

„Hier wohnen überwiegend ältere Menschen. Wie sollen wir zum Arzt, in die Apotheke oder zum Einkaufen kommen?“, fragt die 64-Jährige. Bei den Bauarbeiten werden die Gleise am Wannen zwischen den Haltestellen Sprockhöveler Straße und Friedrich-List-Straße ersetzt. Die Baumaßnahme hat Anfang des Monats begonnen und soll voraussichtlich bis zum 10. Juli dauern.

Weg zur Bank oder zum Geschäft ist zu weit

Allein den Weg zur Bank könnten einige ältere Anwohner zu Fuß nicht bewältigen, die Strecke bis zum nächsten Lebensmittelgeschäft an der Hans-Böckler-Straße auch nicht, sagt Gisela Wellach. „Da spielen die Füße nicht mehr mit.“ Man müsse fremde Menschen bitten, Dinge des täglichen Bedarfs mitzubringen.

Es habe schon öfter Situationen gegeben, in denen die Straßenbahn nicht gefahren sei. Aber bislang sei dann immer ein Ersatzbus gekommen. „Der Müllwagen und einige Lastwagen fahren doch auch noch durch den Baustellenbereich. Warum der Bus das nicht kann und unsere Haltestelle dieses Mal nicht angefahren wird, ist uns ein Rätsel“, meint die 64-Jährige.

Ärgerlich sei auch, dass Nachbarn, die über ein Monatsticket verfügten, damit jetzt nichts anfangen könnten, dieses aber trotzdem bezahlen müssten. Eine Nachbarin pflichtet Gisela Wellach bei. Sie betont, dass alles, was sie sich hier jetzt dringend wünschten, eine öffentliche Verkehrsanbindung während der Bauarbeiten sei.

Der Bus soll ab Mittwoch fahren

Der Bogestra ist das Problem bekannt. „Nach erneuter Prüfung vor Ort an der Baustelle ist beschlossen worden, dass ab dem kommenden Mittwoch (17.6.) ein Ersatzbus auf der Strecke eingesetzt wird“, so Christoph Kollmann von der Bogestra. Der Bus wird im 20-Minuten-Takt in Richtung Bochum fahren, frühmorgens und spätabends halbstündlich – „wie die Straßenbahn“.