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Bundesparteitag

Schwabedissen geht leer aus

03.06.2012 | 20:10 Uhr
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Schwabedissen geht leer aus
Keine gemeinsame Doppelspitze bilden Katja Kipping (links) und Katharina Schwabedissen in der Linkspartei.Foto: Carsten Koall/Getty Images

Witten. Nach der gescheiterten Spitzenkandidatur bei der Landtagswahl lief es für Katharina Schwabedissen, Sprecherin der NRW-Linken, auch auf dem Bundesparteitag am Wochenende in Göttingen nicht rund.

Die 39-jährige Wittenerin zog noch vor dem ersten Wahlgang ihre Kandidatur für eine weibliche Doppelspitze mit Katja Kipping zurück. Gegenüber unserer Lokalredaktion sprach Schwabedissen nach ihrer vorzeitigen Rückkehr aus Göttingen am Sonntagnachmittag von „taktischen Spielchen“, die sie nicht habe mitmachen wollen. „Eine Frau sollte gewählt werden, damit die jeweilige Seite ihren Mann durchbringt.“ Sie wolle nicht zur weiblichen Manövriermasse werden, hatte sie erklärt. So kam es zur Wahl des neuen Führungsduos Katja Kipping und Bernd Riexinger. Ob sie enttäuscht sei, fragte die Lokalredaktion die Spitzenpolitikerin aus Witten.

„Enttäuscht“ sei der falsche Ausdruck, meinte Schwabedissen. „Enttäuscht bin ich, dass es mit dem dritten Weg nicht geklappt hat“ - gemeint ist eine Parteiführung jenseits der Flügelkämpfe in der zerstrittenen Linkspartei, die Schwabedissen und Kipping im Vorfeld angekündigt hatten. Gefreut habe sie aber, dass es für diesen dritten Weg ganz viel Zuspruch gerade der jungen Genossen gegeben habe, so die 39-Jährige.

Dass es für die Wittenerin auch nicht zu einem der vier Stellvertreterposten gereicht hat, nennt sie eine „Entscheidung des Parteitages“. Kandidiert hatte Schwabedissen, war aber bei einer Stichwahl im vierten Wahlgang unterlegen. Ein bisschen sei sie auch erleichtert, meint die Wittenerin, die nach acht Wochen Dauerstress- erst der Landtagswahlkampf, dann die geplante Kandidatur um den Bundesparteivorsitz - jetzt erst einmal zur Ruhe kommen will.

Wie es bei ihr politisch weitergeht, lässt die Mutter zweier Söhne erst einmal offen. Bis Ende Juni ist sie als Landessprecherin der Linken in NRW gewählt. Schwabedissen: „Ich brauche jetzt erst mal Ruhe, um eine Entscheidung zu treffen, was ich überhaupt will.“

Was den Zustand der Linken nach diesem Bundesparteitag angeht, sagt die Wittenerin: Der neue Vorstand sei arbeitsfähig. „Was die Partei daraus macht, wird sich in den nächsten Wochen zeigen.“ Die Delegierten hätten jedenfalls deutlich gemacht, dass sie das linke Projekt weiter aufbauen wollten. Zu einer Spaltung werde es nicht kommen, meint Katharina Schwabedissen, die selbst nicht mehr antreten wollte, die Partei wieder zu einigen.

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