Schulleiterin: Ein Schlag ins Gesicht

Der Overbergschule gehen die Schüler aus. Die 7., 9. und 10. Klassen sind wegen der Seiteneinsteiger dreizügig. Doch für Eingangsklassen reicht es nicht.Foto:Nitsche
Der Overbergschule gehen die Schüler aus. Die 7., 9. und 10. Klassen sind wegen der Seiteneinsteiger dreizügig. Doch für Eingangsklassen reicht es nicht.Foto:Nitsche
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Was wir bereits wissen
An der Overbergschule hatte man bis zuletzt gehofft. Nach zwei Schuljahren ohne Eingangsklasse ist das Ende aber nicht abzuwenden.

Witten..  „Natürlich sind wir alle sehr traurig, und ist das auch ein Schlag ins Gesicht“, sagt Schulleiterin Marion Prawitz (50) zum angekündigten Aus für die Overbergschule.

Als Kollegium habe man mit den knapp 340 Schülern stets gut zusammengearbeitet – das wurde der Hauptschule noch durch die Qualitätsanalyse im Januar bescheinigt. Man habe ein vertrauensvolles Verhältnis zu den Eltern gehabt, so Prawitz. „Schade, dass das jetzt alles ausläuft.“ Angesichts der Entwicklung der letzten Jahre und nur elf Anmeldungen fürs neue Schuljahr komme die Entscheidung zwar nicht überraschend. „Aber wir hatten schon noch gehofft, dass noch was zu retten ist.“

Am Mittwochabend hatte Ulrike Bockhacker-Posenenske vom Amt für Jugendhilfe und Schule den Schulausschuss offiziell über das Aus für die Overbergschule informiert. 18 Schüler sind das Mindestziel für eine Hauptschulklasse. Hinzu kommt aber, dass die Overbergschule schon vor einem Jahr keine Eingangsklasse bilden konnte. Und: Eigentlich müssen Hauptschulen zweizügig geführt werden. „Wenn zweimal hintereinander keine zwei Klassen gebildet werden können, sind wir als Schulträger verpflichtet, einen Auflösungsbeschluss herbeizuführen“, sagt Bockhacker-Posenenske, „da bleibt uns keine Wahl.“

Offiziell wird der Rat das Aus noch irgendwann beschließen müssen, zuvor sollen auch noch Schulkonferenz und Schulaufsicht Stellung nehmen können. Die Weichen sind aber längst gestellt. Die Referentin der Stadt traf sich bereits mit den Schulleiterinnen von Overberg- und Freiligrathschule und dem zuständigen Schulrat des EN-Kreises, um das weitere Vorgehen abzusprechen.

Die elf Schüler, die die Overberg­schule am Rhienschen Berg (Nähe Husemannstraße) nach den Sommerferien nicht aufnehmen darf, werden an der Freiligrathschule in Annen eingeschult. Dort kommen sie wie gerufen: Zusammen mit den 26 eigenen Anmeldungen kommt diese Hauptschule dann auf 37 Fünftklässler und kann damit zwei Eingangsklassen bilden.

Die heutigen Overbergschüler können alle an ihrer Schule bleiben. Der „auslaufenden“ Schule sollen bis Mitte 2018 weiterhin die Lehrer und die Räume zur Verfügung stehen, die sie benötigt. „Bis zuletzt wird hier qualifizierter Unterricht stattfinden. Darauf werden wir achten“, verspricht Schulleiterin Marion Prawitz.

Die heutige sechste Klasse ist die letzte Klasse der Overbergschule. Diese Schüler sollen Mitte 2018 an die Freiligrathschule wechseln, um dort mit dem zehnten Schuljahr abzuschließen.