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Kritik an Idee aus...

Schule ist Pflicht

28.01.2009 | 17:24 Uhr
Schule ist Pflicht

Mit „Rabattmarken für vernünftiges Verhalten” will die Stadt Oer-Erkenschwick Problemfamilien dazu bringen, ihre Kinder pünktlich in die Schule zu schicken, täglich ein Essen auf den Tisch und die Kleinen regelmäßig zum Kinderarzt zu bringen. Eine Idee, die in Witten auf viel Kritik stößt.

„Für selbstverständliche Leistungen einen Bonus zu zahlen, widerspricht meinem Verständnis von Erziehung”, sagt Lilo Dannert, kommissarische Leiterin der Overbergschule.

In Deutschland gelte die Schulpflicht. Um die müssten sich die Eltern auch kümmern. Statt Familien, die dies ignorierten, noch zu belohnen, müssten ihnen eher Leistungen entzogen werden, meint die Pädagogin. Auch in ihrer Hauptschule habe es schon Kinder gegeben, die oft geschwänzt hätten. Doch da habe die Schule das Gespräch mit den Eltern gesucht und in besonders schwierigen Fällen auch hart durchgreifen müssen – mit Bußgeldern.

Kritisch sieht die Idee aus Oer-Erkenschwick auch Rolf Zinnhardt, stellvertretender Leiter der Holzkamp-Gesamtschule. Er könne sich nur schwer vorstellen, wie so ein Belohnungssysstem funktioniere. Auch an seiner Schule gebe es mitunter Kinder, die ohne Frühstück zum Unterricht kämen. Echte Problemfälle wie solche, für die das Oer-Erkenschwicker Modell gelten soll, gebe es aber nicht. Die Schule versuche, früh mit den Eltern zu sprechen, auch in Zusammenarbeit mit der Sozialpädagogin der Schule.

Gespräche mit den Eltern sind auch in der Gerichtsschule wichtig, sagt Leiterin Imke Feldmann. Eine Bonusregel würde zu einer Zwei-Klassen-Gesellschaft führen – Familien, die ihre Kinder zur Schule schicken und die, die es nicht tun. Und die würden dafür auch noch belohnt. „Hilfen für Problemfamilien sollten über einen 100-Euro-Bonus hinausgehen”, fordert Imke Feldmann.

Da sie noch zu wenig darüber wisse, wolle sie sich kein Urteil erlauben, sagt die Leiterin des Ruhr-Gymnasiums, Kirsten Schikorr. Aber es gebe in Deutschland eine Schulpflicht und diese durchzusetzen, müsse eigentlich auch mit anderen Mitteln zu erreichen sein. „Es wäre wünschenswert, dass Schulen so attraktiv sind, dass Kinder gerne kommen.”

Jugendamtschef Harald Hermann ist vorsichtig mit einer Wertung: Die Stadt Oer-Erkenschwick habe sich ernsthafte Gedanken gemacht. Und mit anderen Mitteln seien die Problemfamilien offenbar nicht erreicht worden.

Claudia Vüllers

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Kommentare
28.01.2009
18:00
Schule ist Pflicht
von teo | #1

Entschulidung das ich meine Kinder pünktlich zur Schule bringe.In solchen Fällen, in denen die elterliche Kontrolle versagt müssen Zwangsmaßnahmen her.Mein Arbeitgeber belohnt mich auch nicht mit 100 Euro,das ich pünktlich zur Arbeit komme.

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