Schüler wollen mit eigenem Film zur Berlinale
11.01.2012 | 12:19 Uhr 2012-01-11T12:19:00+0100
Witten.Vor drei Jahren fanden drei Schüler des Albert-Martmöller-Gymnasium über ihr Hobby, Filme zu drehen, zueinander. Nun wollen es Philipp Willam (19), Florian Gregorzyk (18) und Tom Luthe (19) zum zweiten Mal beim berühmten Filmfestival Berlinale versuchen.
Um teilnehmen zu können, bewirbt sich das Trio an dem Projekt „99-Fire-Films-Award“ für Einsteiger. Dabei geht es um 99 Sekunden lange Kurzfilme. Beim letzten Mal schafften es die drei unter die Top 99 bei über 1000 eingereichten Beiträgen. In diesem Jahr wollen die Wittener es in die Hauptstadt schaffen und ihren Kurzfilm auf der Berlinale vorstellen. Das wäre dann auch der Hauptpreis, vorausgesetzt, den Jungregisseuren gelingt diesmal der Sprung unter die Top Neun.
Das Thema für ihren Streifen bekommen die Schüler am 31. Januar um 10 Uhr morgens per E-Mail zugesendet. „Dann beginnen die vier anstrengendsten und gleichzeitig witzigsten Tage des Jahres für uns“, meint Philipp. Wenig Schlaf ist vorprogrammiert, wenn man nur 99 Stunden Zeit hat, um einen Kurzfilm zu planen, zu drehen und zu schneiden. „Der Film muss 99 Sekunden lang sein, nicht mehr und nicht weniger, sonst wird man disqualifiziert“, erklärt Philipp Willam.
Projekt in der fünften Klasse
Der 19-Jährige, der meistens hinter der Kamera arbeitet, kam durch ein Projekt schon in der fünften Klasse auf den Geschmack. Da sie in einer Klasse waren, arbeiteten Tom und Philipp bereits zusammen an kleineren Filmprojekten, bevor Florian zu ihnen stieß. Im Philosophiekurs lernten sie den heute 18-Jährigen kennen, der schon eigene Projekte gedreht hat und diese auch im Internet in einem Videoblog veröffentlichte.
Mittlerweile wird das Trio sogar von Lehrern angesprochen, wenn es um Filmprojekte für die Schule geht. „Im letzten Jahr haben wir für den 99-Fire-Films-Award auch teilweise Freistunden genehmigt bekommen. Das wäre in diesem Jahr ebenfalls von Vorteil“, so der 18-jährige Florian.
Dass sie bereits Erfolge feiern durften mit ihren Kurzfilmen, zeigte sich in den Jahren 2010 und 2011, als sie zweimal den Bürgermedienpreis NRW gewannen. Abgesehen von der Ehre freute sich das Filmteam über das Preisgeld von 1000 Euro. Bei solchen Gewinnen springt auch ein wenig für die Schauspieler heraus.
Diese suchen sich Philipp, Florian und Tom in ihrer eigenen Stufe. „Mittlerweile wissen wir schon, wen wir in welcher Form einsetzen können. Deshalb haben wir uns einen großen Kader aufgebaut und suchen uns je nach Thema die entsprechenden Leute heraus“, erklärt Florian Gregorzyk.
Im letzten Jahr bezog sich das Motto des 99-Fire-Films-Awards - „Jeder gute Tag beginnt mit einem guten Kaffee“ - auf den Hauptsponsor, eine Fast-Food-Kette. In diesem Jahr könnte es ein Motto mit Autos werden. Die drei Jungs wissen aber, dass das Thema auch völlig unabhängig vom Sponsor sein könnte. Philipp Willam: „Wir lassen uns überraschen. Mal sehen, was dabei herumkommt.“
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