Schnee und Eis haben Witten im Griff
20.12.2010 | 16:37 Uhr 2010-12-20T16:37:00+0100
Witten.Rund 100 Tonnen Salz hat der städtische Winterdienst am Wochenende auf die Straßen gebracht, das allermeiste davon am Sonntag, 19. Dezember. Für die Hauptstraßen hat das einigermaßen gereicht.
Schneit es heute nicht, wollen sich die Schnee-Männer die Seitenstraßen vornehmen. Denn bisher war das so: Entweder wurde im ununterbrochenen dicken Schneetreiben gestreut oder aber in einer Schneepause, wobei es meist dann wieder zu schneien anfing, als man gerade die Hauptstraßen durch hatte. Ergebnis in beiden Fällen: Wieder von vorne anfangen.
Gestern konnte die Stadt aber damit beginnen, die wichtigsten Nebenstraßen zu räumen und zu streuen. Wenn das mit dem Schnee nicht wieder von vorne anfängt, sind heute die Straßen der sogenannten „3. Streustufe“ dran - Anliegerstraßen mit Steigung/Gefälle. „Wir hoffen auf Tauwetter“, sagt der stellv. Betriebsamtsleiter Thomas Bodang. „Dann können wir damit beginnen, die Steilstücke zu streuen.“
Drei Unfälle am Montag
Das hören die Anwohner gern, die etwa am Ardey in Annen oder in den Randlagen der Innenstadt wohnen. Neuer Weg in Mitte etwa, oder Am Brandacker in Annen. Der „Steiler Weg“ trägt seinen Namen völlig zu Recht, auf der Sauerbruchstraße war die Schneehöhe gestern 15 Zentimeter - gemessen auf der Fahrbahnmitte. Manche Skipisten haben weniger.
Aber nur drei Unfälle am Montag verzeichnet die Polizei - da ist der Polizeibericht im Sommer manchmal dicker. „In einigen Stadtteilen Wittens haben wir Verhältnisse wie im Bayrischen Wald“, so Polizeisprecher Volker Schütte. „An diesen außergewöhnlichen Wetter- und Straßenverhältnissen gemessen passiert in Witten relativ wenig. Denn die Anwohner wissen ganz offenbar, wie sie sich auf den Fahrbahnen mit ihren Wagen zu verhalten haben.“
Doch, die Anwohner wissen das wirklich. Wenn sie nicht gerade das Pech haben, etwa an der Steigung vor der roten Ampel Ardey-/Holzkampstraße einen Wagen aus dem lieblichen Landkreis Alzey-Worms (AZ - ...) vor sich zu haben, dessen Fahrer bei Grün den Gang reinwirft und ordentlich Vollgas gibt (und dann drehen die Reifen durch und er kommt nicht weiter), dann kommen Wittens Highlander schon ganz gut durch. In diesem Fall also: Durchdrehendes Hindernis langsam und weiträumig umfahren, vorsichtig auf dem Ardey in die Seitenstraße rein und dann noch vorsichtiger langsam in die steile Anliegerstraße reinrutschen. Frei nach dem Motto: Runter kommen sie alle. Dass dabei zweimal das Autoheck schleudert, ich sage Ihnen, nach zwei, drei Tagen hat man sich völlig daran gewöhnt.
60 Tonnen Salz angekommen
Es wäre natürlich besser, das Autoheck würde nicht schleudern. Deshalb wollen sich Thomas Bodang und seine Leute heute ab 6 Uhr die steilen Wege vornehmen - auch wegen der Müllabfuhr, die ebenfalls ihre Probleme hat. 60 Tonnen Salz kamen gestern auf zwei Sattelschleppern an, „und zum Glück ist der kleine Streuwagen inzwischen repariert und im Einsatz“.
Vom Kalender her ist auch heute immer noch Herbst, „und ich kann schon keinen Schnee mehr sehen“, stöhnt Bodang. Das Wetter soll sich ja auch ändern. Für Dienstag ist zur Abwechslung überfrierende Nässe angesagt, für Mittwoch Tauwetter. Doch die Meteorologen haben Hoffnung, dass wir möglicherweise weiße Weihnachten bekommen.
Aber wollen wir das wirklich?
12:47
@h.brasse
Sind damit vielleicht diese irrwitzigen SUVs gemeint, die glauben ihr 2-Tonnen-Auto stünde aufgrund des Allradantriebes schneller? Am Freitag habe ich auf der Hörder Str. gedacht, wenn ich jetzt bremse, sitzt der Herr mir auf der Rückbank! Dann noch im Affenzahn überholen, hinten wegrutschen und mich bald touchieren, nach meinem Gehupe mir dann auch noch den Stinkefinger zeigen! Supersache! Das nenne ich angepaßte Fahrweise!
07:40
Es ist Winter, dann liegt eben mal Schnee. Und so lange die Stadt selber viele wichtige Straßen einfach vereisen lässt, kann Sie auch nicht von den Bürgern Perfektion beim Schneeräumen verlangen.
Was mich vielmehr ärgert, sind Autofahrer, die einem trotz spiegelglatter Fahrbahn direkt hinten auf der Stoßstange hängen. Was geht in solchen Leuten vor???
07:39
Insbesondere wäre ich sehr erfreut, wenn die Räumfahrzeuge mal mehr tun würden als nur Salz auf eine mehrere Zentimeter dicke Schneedecke zu streuen und dabei zu rasen, wie besessen. Wozu haben die nochmal das große Blechstück vorne dran?
Ich wünsche mir und allen Kindern auch weiße Weihnachten in Witten.
Und was die Frostschäden angeht, an der Sprockhövelerstr. Höhe BMW Ernst stehen immer noch die Schilder aus dem letzten Frühjahr, weil nichts getan wurde.
21:07
Juchuuuuu endlich mal nen sooooo schönen Winter hier *freu*. Eine Märchenlandschaft, die Straßenzüge veträumt.....ich könnte stundenlang durch die verschneite Landschaft gehen....*freu*. Also bis Ende Januar kanns so bleiben *hoff*.
18:09
Was mich am meisten irritiert bzw. verwundert ist die Tatsache, dass viele/die meisten ihrer Räum- und Streupflicht nur ungenügend oder gar nicht nachkommen. Siehe z.B. Bahnhofstraße oder Ruhrstraße.
Darüber hinaus höre ich jetzt schon das Gejammere der Stadtverwaltung im Frühjahr 2011, dass kein Geld zur Beseitigung der Frostschäden auf Straßen und Gehwegen da sei.
Dann wird wieder notdürftig mit etwas Teer geflickt.
Wollen wir wetten?
Erbärmlich ist das.