Schleusenwärterhaus Witten nach Brand ein Jahr nicht nutzbar

Das Schleusenwärterhäuschen an der Ruhr nach dem verheerenden Brand in der Nacht auf Samstag (24.1.).
Das Schleusenwärterhäuschen an der Ruhr nach dem verheerenden Brand in der Nacht auf Samstag (24.1.).
Foto: FUNKE Foto Service
Was wir bereits wissen
Das ganze Ausmaß des Brandes wird jetzt sichtbar: Etwa ein Jahr ist das Schleusenwärterhäuschen nicht nutzbar. Auch der Schiffsverkehr ist betroffen.

Witten.. Drei Tage nach dem verheerenden Brand des Ausflugslokals „Königliches Schleusenwärterhäuschen“ schützt nun ein Bauzaun das schwarzverkohlte Balkengerippe. Kupferdiebe hatten bereits versucht, die Kabel zu stehlen. Dabei ist das nun einsturzgefährdete Fachwerkhaus am Ruhrufer gesperrt – bis die Kripo ihre Untersuchungen zur Brandursache durchgeführt hat.

Hat jemand das idyllische Kleinod an der Ruhr angesteckt? Laut Polizei ist sowohl Brandstiftung als auch ein technischer Defekt möglich. Das Feuer brach in einem Anbau aus, in dem sich der Stromanschluss und die Steuerung für die Herbeder Ruhrschleuse befindet. Diese ist ganzjährig ans Stromnetz angeschlossen – im Gegensatz zur Gastronomie, die seit Saisonende im November in Winterschlaf liegt.

Dieser Raum stand zum Schutz vor Hochwasser auf Stelzen – dass es ihn einmal gab, kann man nun allenfalls erahnen. „Die Steuerung und die komplette Stromversorgung der Schleuse sind mitverbrannt“, sagt Stefanie Klockhaus von der Bezirksregierung Düsseldorf, der die Ruhrschleuse gehört. Die Schleuse sei nicht mehr funktionstüchtig. Das heißt: „Sie wird nicht zu Beginn der Schifffahrtssaison im April funktionieren.“

Höhepunkt der Ausflugsfahrten fällt weg

Das bedeutet für das Fahrgastschiff Schwalbe, das in der Saison zwischen Bommern und Stausee pendelt, „dass wir vorerst nur im Oberwasser bleiben“, so Stadtwerke-Sprecher Lindner. Die Schwalbe wird nur noch von der Uferstraße zur Herbeder Schleuse verkehren. Das Schleusen, ein Höhepunkt der Tour, wird ebenso wegfallen wie die Fahrt in den Kemnader Stausee. Glück im Unglück: Im Oktober 2015 wäre die veraltete Schleusensteuerung sowieso erneuert worden.

Schleusenwärterhaus Thomas Strauch, Geschäftsführer der Wabe, hat für das Schleusenwärterhaus konkrete Pläne: „Unser Ziel ist es, im April 2016 das Haus neu zu eröffnen.“ In diesem Sommer wird man dennoch den Biergarten betreiben. Zurzeit würden Gespräche geführt mit dem Verein „Jack in the Box“, der Seecontainer so umbaut, dass man sie in der Gastronomie nutzen kann. „Das Schleusenwärterhäuschen ein Jahr lang zu schließen, können wir uns gar nicht erlauben“, sagt Strauch.

Zwar gibt es eine Gebäudeversicherung, die den Schaden übernehmen wird, doch wird die auszuzahlende Summe nicht alles abdecken können. Strauch: „Wir haben 2014 erheblich renoviert und wollten nun eine Neubewertung für eine höhere Versicherungssumme machen lassen.“ Wie hoch die Schadenssumme ist, steht erst fest, wenn das Innere des Gebäudes betreten werden kann. Auch gestern war dies den Brandermittlern der Polizei nicht möglich. Am Mittwoch soll nun ein unabhängiger Brandsachverständiger kommen. Strauch: „Ein Mann mit einer Axt.“