Schleusenwärterhaus in Witten: Brandermittler finden unbeschädigtes Schloss

Brandsachverständiger Christian Weuthen (rot) und Kriminaloberkommissar Norman Schüttauf von der Kripo Bochum haben die Arbeit am Königlichen Schleusenwärtehaus aufgenommen. Sie versuchen, die Brandursache zu ermitteln.
Brandsachverständiger Christian Weuthen (rot) und Kriminaloberkommissar Norman Schüttauf von der Kripo Bochum haben die Arbeit am Königlichen Schleusenwärtehaus aufgenommen. Sie versuchen, die Brandursache zu ermitteln.
Foto: FUNKE Foto Service
Was wir bereits wissen
Einbruch und Brandstiftung erscheinen damit fraglicher. Polizei schließt Fremdverschulden weiterhin nicht aus, weitere Untersuchungen seien nötig.

Witten.. Die Ursache für den Brand des Schleusenwärterhäuschens ist weiter unklar. Allerdings fanden Brandermittler gestern das unbeschädigte, einfache Vorhängeschloss zu dem Schuppen, in dem das Feuer in der Nacht zum Samstag ausgebrochen war. Also doch kein Einbruch und damit keine Brandstiftung? Die Polizei warnt vor voreiligen Schlüssen.

Ein mögliches Fremdverschulden sei weiter nicht auszuschließen, erklärte Polizeisprecher Guido Meng: „Die Spurenlage ist sehr komplex. Derzeit können wir keine Stellung zur Brandursache beziehen.“ Weitere Untersuchungen, etwa die Auswertung von Fotos, seien nötig.

Außer Brandstiftung könnte auch ein technischer Defekt das Feuer verursacht haben. Wie berichtet, ist im Anbau des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes die Stromversorgung und Steuerung für die Herbeder Ruhrschleuse untergebracht, die auch den Winter über ans Stromnetz angeschlossen ist.

Alfred Frielinghaus, der sich für die Beschäftigungsgesellschaft Wabe seit neun Jahren um das Häuschen kümmert, beobachtete gestern gespannt die Arbeit von Kriminalkommissar Norman Schüttauf und des Brandsachverständigen Christian Weuthen. Noch immer wissen die Wabe-Leute nicht, wie hoch das Ausmaß der Schäden wirklich ist. Ist die Küche im rechten, von außen unbeschädigt wirkenden Gebäudeteil nun betroffen oder nicht? Sind die Fachbücher heil geblieben, die der Ruhrtalranger nutzt und die für die Restaurierung des 180 Jahre alten Gebäudes benötigt wurden?

Bedröppelt entdeckt Frielinghaus eine Kette und den Zahnkranz von seinem einstigen Ranger-Fahrrad – das sind die einzigen Überbleibsel, Alurahmen, Laufräder, Speichen sind total verbrannt.

Heute sollen ein Statiker und ein Sachverständiger der Versicherung kommen, um erstmals die Schadenshöhe zu benennen. Danach wird der Tatort wohl freigeben und die Mitarbeiter können endlich einen Blick in die Ruine werfen.