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Schachtzeichen

Schicht im Schacht

30.05.2010 | 17:54 Uhr
Schicht im Schacht

Witten.Petrus hatte kein Einsehen mit den Schachtzeichen. Am letzten Tag der Aktion mussten die großen gelben Ballone auch in Witten wieder am Boden bleiben. Wind und Regen machten einen letzten Auflass unmöglich.

Mit durchgängig gutem Wetter hatten die Organisatoren zwar nicht gerechnet, aber dass das Wetter den Schachtzeichen dann doch so oft einen Strich durch die Rechnung machte, darüber ärgerten sich dann doch viele Teilnehmer. Am Freitag wurde deshalb zusätzlich eine „Nachtschicht“ eingelegt. Auch am Samstagabend leuchteten viele kleine gelbe Monde über dem Ruhrgebiet mit dem Großen um die Wette.

Zum Abschluss der Aktion wurde auch an den Wittener Standorten ein buntes Programm angeboten. An der Zeche Ringeltaube in Annen ging es dabei vor allem sportlich zu. Auf der Tennis-Anlage des TC Schwarz-Weiß Annen wurde der Schläger geschwungen, ebenso am ehemaligen Schacht Bommerbänker Tiefbau I.

Ansonsten wurde getanzt, musiziert, gespielt und in Stockum kam zum Abschluss ein zünftiges Bergmannsessen auf den Tisch. An der Zeche Nachtigall fühlten sich Spaziergänger fast in die Zeit des aktiven Bergbaus zurück versetzt. Leises Klopfen war auf dem ganzen Gelände zu hören. Allerdings wurde hier nicht etwa wieder Kohle gefördert. Christina Klasen hatte zu einem Workshop für Steinbildhauerei geladen. Statt mit dem zu harten Ruhrsandstein mussten die Teilnehmer allerdings mit dem weicheren Baumberger Sandstein vorlieb nehmen.

Der gelbe Ballon wehte unterdessen im Hintergrund. Gerade noch zulässig war die Windgeschwindigkeit am Samstag, auch wenn die Sonne strahlend vom Himmel schien. Gerade bei diesem Wetter wollten die ehrenamtlichen Helfer die Schachtzeichen nicht zu früh auf den Boden der Tatsachen zurück holen - was teilweise dazu führte, dass die Luft am Ende raus war. „Unsere Reparaturteams waren fast rund um die Uhr im Einsatz“, sagt Kulturhauptstadt-Sprecher Marc Oliver Hänig. Fast jeden Ballon erwischte einmal ein Gebäude oder ein Baum.

Doch auch wenn die Umstände nicht immer ideal waren, so zieht Hänig doch ein positives Fazit: „Der Dank gilt vor allem den vielen Helfern, die diese Aktion möglich gemacht haben.“ Die Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ hat die Schachtzeichen außerdem mit einem Innovationspreis ausgezeichnet.

Melanie Schreiber

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