Das aktuelle Wetter Witten 4°C
Mord

Satanistenmörder aus Witten könnte in Kürze freikommen

10.01.2013 | 13:11 Uhr
Satanistenmörder aus Witten könnte in Kürze freikommen
Daniel Ruda beim Satanisten-Prozess vor dem Bochumer Landgericht.Foto: dapd

Witten.  Wird der satanistische Mörder aus Witten vorzeitig aus der Haft entlassen? Von Daniel Ruda gehe keine Gefahr mehr aus, versichert sein Anwalt und stützt sich dabei auf ein psychiatrisches Gutachten. Der 37-Jährige hatte 2001 einen 33-jährigen Bekannten mit 66 Messerstichen und Hammerschlägen ermordet.

Satanistenmörder Daniel Ruda (37)  könnte schon bald ein freier Mann sein. Nach einem neuen psychiatrisches Gutachten spräche nichts gegen seine vorzeitige Entlassung aus der Haft.

Unvergessen ist die Bluttat vom 6. Juli 2001: Der damals 25-jährige Ruda und seine 22-jährige, heutige Ex-Frau Manuela töteten auf bestialische Weise einen Arbeitskollegen Rudas, den Dattelner Frank H. (33), der mit dem Automobilkaufmann in einem Teilehandel in Datteln arbeitete. Bei dem Ritualmord, den ihnen Satan befohlen habe, brachte das dem Teufelskult verfallene Paar den arglosen Bekannten mit 66 Messerstichen und Hammerschlägen um. Mit Blut schrieben sie danach an das Fenster ihrer Wohnung in der Breite Straße: „When Satan lives“ - wenn Satan lebt.

„When Satan lives“

Spektakulär war der Prozess vor dem Bochumer Landgericht. Sie trug das Schwarz der Satanisten, beide machten das Teufelszeichen. Vermindert schuldfähig, lautete damals das Urteil. Mord ja, aber nicht lebenslänglich: Er bekam 15, sie 13 Jahre. Manuela Ruda kam in die Psychiatrie nach Eickelborn, er nach Düren. Sie ließ sich therapieren, er verweigerte die Behandlung: Denn er sei normal - obwohl ihm eine narzisstische Persönlichkeitsstörung bescheinigt worden war. Narzissmus bedeutet übersteigerte Selbstliebe. Seine Steuerungsfähigkeit galt als eingeschränkt.

Hintergrund
„Satanismus ist kein Kuschelkurs“

Kann man schwarzen Kulten entsagen? Ein Gespräch mit der Wittener Aussteigerberaterin Silvia Eilhardt

Der Therapie-Verweigerer landete in Bochums Krümmede, wo er zehn Jahre absaß, ein Buch schrieb („Fehlercode 2011“) und lange die Knastbücherei leitete. Nachdem er zwei Drittel seiner Strafe verbüßt hatte, beantragte sein Anwalt wie in solchen Fällen üblich die vorzeitige Entlassung - vergeblich. Das Gericht habe sich damals fälschlicherweise auf das elf Jahre alte psychiatrische Gutachten gestützt, sagt sein Verteidiger Hans Reinhardt.

Schließlich sollten sich die vermehrten Gefangenenausbrüche in der Bochumer Justizvollzugsanstalt für Ruda als Glücksfall erweisen. Langzeittäter wurden verlegt,  Ruda sitzt inzwischen in der JVA Rheinbach bei Bonn ein . Im November unternahm der Anwalt einen neuen Anlauf. Diesmal wurde ein aktuelles Gutachten durch den Chefarzt einer Bonner Klinik erstellt, das zu dem Schluss kommt: Die psychiatrische Beurteilung stehe einer vorzeitigen Entlassung nicht entgegen.

„Latent narzisstisch“

Der Sachverständige, ein laut Anwalt sehr erfahrener Forensiker, habe seinen Mandanten mehrere Tage durch die Mangel gedreht. Er sei zu der Auffassung gelangt, dass von  ihm keine Gefahr mehr ausgehe. Ruda sei zwar noch „latent narzisstisch“, aber dabei handele es  sich nicht um eine Krankheit. „Sonst müsste man ja auch jeden Schauspieler oder Rockstar einsperren“, sagt der Verteidiger. Zu der Tat bekennt sich der Hertener allerdings bis heute nicht. Hauptschuldige war für ihn stets seine damalige Frau.

Die Strafvollstreckungskammer des Landgerichts Bonn werde in der nächsten oder übernächsten Woche entscheiden, sagt Sprecher Philipp Prietze. Derzeit sei der Vorsitzende erkrankt. Inhaltlich will sich Prietze zum Gutachten nicht äußern, zumal er es nicht kenne. Sollte das Gericht Ruda - er hätte noch über drei Jahre abzusitzen - vorzeitig auf Bewährung entlassen wollen, könnte dies nur noch die beim damaligen Prozess zuständige Staatsanwalt Bochum per Beschwerde verhindern. Dann käme der Fall vor das  Oberlandesgericht in Köln.

Jürgen Augstein


Kommentare
11.01.2013
04:31
Anwalt sieht Wittener Satanisten bald auf freiem Fuß
von IIDottore | #16

Was dabei heraus kommt ,wenn Gutachter Täter als " geheilt " betrachten ,können wir fast täglich auf www.derwesten.de lesen . Der Kerl soll bleiben ,wo der Pfeffer wächst !!!

11.01.2013
00:55
Bitte nicht!
von vantast | #15

66 Messerstiche und Hammerschläge, "der Teufel hat die Bluttat befohlen", mit diesen Feststellungen, diesem Ausrasten, darf man doch keinen Täter freilassen, es wäre zu fahrlässig! Auch als Laie sieht man, daß hier ein Psychopath als Soziopath auf die Menschen losgelassen werden könnte. Der Täter ist noch jung, jedes bestürzende Ereignis in der Zukunft könnte wieder zum Ausrasten führen, eine tickende Zeitbombe.

10.01.2013
21:25
Anwalt sieht Wittener Satanisten bald auf freiem Fuß
von Albus | #14

Mörder werden erst wieder auf freien Fuß gesetzt, wenn ihre Opfer wieder gesund nach Hause gehen können!
Ich weiß ein Traum. Dafür haben sich in diesem System zu viele perverse Masochisten in der Politik und Justiz etabliert.

1 Antwort
Anwalt sieht Wittener Satanisten bald auf freiem Fuß
von moni98 | #14-1

Masochisten? Also mir machen perverse Sadisten mehr Sorgen...

10.01.2013
21:12
Anwalt sieht Wittener Satanisten bald auf freiem Fuß
von Schlaubaer | #13

Na und? Wenn er auf freiem Fuss ist, kann ihn doch da der Teufel viel besser holen ..,....

10.01.2013
19:58
Anwalt sieht Wittener Satanisten bald auf freiem Fuß
von Musashi | #12

Wenn ich - mit Unterstützung der heiligen römisch-katholischen Kirche - einen Exorzismus an den beiden vornehmen dürfte, müsste doch nach dieser Interpretation noch nicht einmal eine Anklage fällig werden, oder?!?!?

10.01.2013
19:24
Anwalt sieht Wittener Satanisten bald auf freiem Fuß
von Fassblender | #11

Wenn er raus kommt wird er von Polizisten geschützt, ein Wiedereingliederung in die Gesellschaft finanziert usw. usw. Am Ende schreibt er noch ein Buch, Interview in der Blöd Zeitung, RTL 2 und Konsorten....
Eigentlich alles richtig gemacht, es ist einfach nicht zu fassen.

2 Antworten
Richtig?
von Stefan2 | #11-1

Sie finden es richtig, ein Menschenleben auszulöschen, um in die Bild-Zeitung und auf RTL 2 zu kommen und ein Buch zu verkaufen?

Anwalt sieht Wittener Satanisten bald auf freiem Fuß
von EinOerer | #11-2

@Stefan2 - Zynismus ist ihre Sache nicht, oder?

10.01.2013
18:54
Anwalt sieht Wittener Satanisten bald auf freiem Fuß
von dantonrobespierre | #10

Dieser Chefarzt, der das Gutachten verfasst hat, gehört eingewiesen.

10.01.2013
18:33
Anwalt sieht Wittener Satanisten bald auf freiem Fuß
von Xavinia | #9

OMG!!!

Ich darf gar nicht daran denken, dass der Typ wirklich in Freiheit kommt!

BITTE NICHT!!!

10.01.2013
17:56
Haften Gutachter?
von Menetscha | #8

Haften Gutachter eigentlich, wenn sich ihre Diagnose als falsch herausstellen sollte?

10.01.2013
17:51
Anwalt sieht Wittener Satanisten bald auf freiem Fuß
von Bertermann | #7

Vielleicht sollte sich der Psychiater mal in ärztliche Behandlung begeben! Was ist in Deutschland den noch ein Menschenleben wert? Immer weiter so, die herrliche "Kuscheltur" mit Straftätern fahren

Aus dem Ressort
18 Bänke im Wittener Stadtpark zertrümmert
Vandalismus
Schön wär’s, sich an den Ostertagen auf einer Bank im Stadtpark niederzulassen, Natur, Wetter, Fernblick zu genießen. Dürfte aber schwierig sein: Denn ganze 18 Bänke wurden in der letzten Zeit Opfer rücksichtsloser Zerstörungswut. Von den Tätern fehlt bisher jede Spur.
Lammleben ist kein Zuckerschlecken
Osterlämmer
Hasso Ladwigs Hobby ist die Schafzucht. Ohne seine vier alten und acht jungen „Rasenmäher“ könnte der Rentner nicht leben. Aber jedes Frühjahr bringt auch Leid: Lämmer, die tot geboren werden oder deren Mütter bei der Geburt sterben.
Wittener Musiker liebt grünes Bommerholz
Frühlingsspaziergang
Stefan Josefus wohnt seit 35 Jahren am Elbschebachtal. Der Kopf der Wittener Kult-Band „Franz K“ liebt die Ruhe. Ein Naturmensch ist er dennoch nicht
800 Wittener sollen ihr Bild fürs Stadtjubiläum geben
Fotoaktion
Die Hamburger Künstlerin Susanne Wichmann will die Portraits auf eine lange Fototapete drucken,die am 26. Juli die Tische der Tafelmusik in ihrer Heimatstadt schmücken soll. Die zweite Fotosession soll im Mai veranstaltet werden.
Wittener Postbote zwischen zwei Autos eingeklemmt
Polizei
Weil ein 84-jähriger Autofahrer mehrmals Brems- und Gaspedal verwechselte, wurde ein Postbote in Witten zwischen zwei Autos eingeklemmt. Ein Rettungswagen brachte den 59-Jährigen ins Krankenhaus.
Umfrage
Was halten Sie vom neuen Einkaufszentrum

Was halten Sie vom neuen Einkaufszentrum "Neue Mitte" in Witten-Bommern?

 
Fotos und Videos
Künstler beim Zeltfestival Ruhr
Bildgalerie
Line-Up
3. Muttentalfest
Bildgalerie
Fotostrecke