Samstag fliegen die ersten Scheiben in Witten

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Was wir bereits wissen
Jusos hatten Idee einer Disc-Golf-Anlage. Während politische Planung noch läuft, findet erstes Turnier am Wochenende im Pferdebachtal statt

Witten..  Konzentriert zielt Benedict Malz (15) mit seiner Frisbee-Scheibe auf den Fangkorb. Das Mitglied der Wittener Jusos wirft ab. Die Studenten der Uni Witten/Herdecke gucken interessiert herüber. Die Scheibe rasselt in den Eisenketten. Getroffen! Es ist das erste Frisbee, das im Pferdebachtal in einen Disc-Golf-Korb geflogen ist – ginge es nach den Jusos, dann dürfen viele weitere folgen.

Seit letztem Jahr engagiert sich der SPD-Nachwuchs für die Randsportart Disc-Golf. Dabei wirft man mit Frisbees auf Kettenkörbe, die fest in der Landschaft stehen. „Quasi wie Minigolf. Nur mit Frisbee anstatt Ball. Und mit Korb anstatt Loch“, erklärt Juso-Vorsitzender Philip Raillon (21) lachend. Nach einem festgelegten Parcours erschließt man sich die Anlage.

KiJuPa einstimmig für Anlage

Im zuständigen Ausschuss für Stadtentwicklung hatte die Verwaltung im Juni die Idee für gut geheißen und das Pferdebachtal als Standort vorgeschlagen. Die Politik hatte daraufhin das Projekt begrüßt, wünschte aber noch weitere Informationen. Das Kinder- und Jugendparlament (KiJuPa) stimmte vor den Ferien einstimmig für die Anlage.

Nun haben aber erstmal die Wittener Gelegenheit, den Sport kennenzulernen: Am Samstag macht die Disc-Golf Westfalen-Tour in Witten halt. „Wir haben sechzig Anmeldungen, das sind mehr als üblich“, freut sich Verbandspräsident Werner Szybalski. Am Rande wird es auch einen freien Korb zum Ausprobieren geben, Zuschauer sind ohnehin willkommen. „In der Mittagspause des Turniers darf man sich auf dem Parcours ausprobieren“, so Szybalski. Zwar werden die Körbe später bei der festen Anlage anders stehen, aber zum Testen wird das Angebot am Samstag reichen.

Kinder und Rentner können spielen

Der 54-Jährige hat die Verwaltung bei der bisherigen Planung unterstützt. „Das Tal hier eignet sich sehr gut zum Spielen – für Anfänger und Fortgeschrittene“, sagt der Münsteraner. Für die Jusos ist auch wichtig, dass die Anlage in der Nutzung später einmal kostenlos sein wird, der Bau – etwa 5 000 Euro teuer – soll dafür über Spenden finanziert werden. „Durch die Nähe zur Uni kann es auch endlich einen besseren Austausch zwischen Studenten und Bürgern geben“, sagt Juso-Mitglied und Ratsherr Robert Beckmann.

Bei der Westfalen-Tour am Samstag wird auch der Deutsche Meister Marvin Hartmann auf die Körbe werfen. „Das ist meine letzte Turniervorbereitung vor den Weltmeisterschaften in den USA“, so der 19-Jährige. Über die Initiative der Wittener Jusos freut sich das Talent: „So kann sich der Sport weiter fortentwickeln. Disc-Golf kann jeder spielen – vom Kind bis zum Rentner.“

Die Vorfreude auf Samstag ist in jedem Fall groß: „Endlich kann man auch in Witten einige Scheiben werfen“, freut sich Benedict und sammelt seine Disc wieder ein.