Rückzahlung für fast jeden Gaskunden

Fachberater David Witalinkski (25) informiert im Kundencenter der Stadtwerke.
Fachberater David Witalinkski (25) informiert im Kundencenter der Stadtwerke.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Verbrauchsabrechnungen für 2014 fielen geringer aus als in den Vorjahren – dem milden Winter sei dank. Ins Kundenbüro der Stadtwerke kommen zurzeit 600 Wittener.

Witten..  Selten war eine Verbrauchsabrechnung so erfreulich wie die, die am Wochenende in 60 000 Wittener Briefkästen landete. Dank des milden Winters und eines niedrigen Gaspreises erhalten fast alle Wittener eine Rückzahlung für ihre Heizkosten. Das hebt die Stimmung, selbst in der Warteschlange, die sich zurzeit im Kundenbüro an der Ruhrstraße bildet.

Das ist der alljährliche Ansturm nach dem Posteingang: Am Freitag wurden die Verbrauchsabrechnungen verschickt, am Montag suchten über 600 Wittener im Kundenzentrum Rat. „Die Leute standen bis draußen Schlange“, erklärt eine ältere Dame, die ihr Glück nun am gestrigen Dienstag erneut versuchte. Zehn Minuten Wartezeit findet die Frau mit der Wartenummer 309 völlig angemessen dafür, dass sie „die Abrechnung von jährliche auf monatliche Zahlungsweise“ umstellen möchte. Ein Anliegen, dass nicht eilt. „Aber ich hab’ doch Zeit“, sagt die 74-Jährige und wartet gut gelaunt weiter.

Ihre Sitznachbarin möchte die neue Kontoverbindung eintragen lassen. Auch das muss doch nicht heute sein. „Aber vieles fällt einem eben erst ein, wenn die Abrechnung kommt“, sagt Stadtwerke-Sprecher Thomas Lindner. Änderungen kann man oft auch telefonisch oder online weitergeben. Trotzdem mögen viele den persönlichen Besuch.

90 Prozent der Wittener sind Kunden bei den Stadtwerken. Das sind 50 000 Privathaushalte und 10 000 kleinere Gewerbe wie Rechtsanwälte oder Ärzte. „Die anderen zehn Prozent sind so genannte Vertragsoptimierer“, sagt Stella Hellwig, Leiterin des Kundenbüros. „Das sind Leute, die häufig den Anbieter wechseln. Sie gehen und kommen oft aber auch wieder zurück.“

David Witalinski sitzt an einem der elf Kundenberater-Plätzen, die alle paar Minuten neu besetzt werden. Sein aktueller Fall: Ein junges Pärchen hat eine Rückzahlung bekommen. Der monatliche Abschlag wurde nun geringer berechnet. Das wollen die beiden nicht – aus Angst, im nächsten Januar eine Nachzahlung zu erhalten.

„Können Sie bitte den Abschlag genauso hoch machen, wie er immer war? Das ist der Satz, den ich zurzeit am häufigsten höre“, sagt Witalinski. Das Unternehmen muss laut allgemeiner Versorgungsverordnung den Abschlag „angemessen“ berechnen. Aber auch eine 61-jährige Kundin lehnt es ab, dass ihr Monatsbeitrag heruntergestuft wurde. „Ich glaube nicht, dass es noch so einen milden Winter gibt. Deswegen zahle ich lieber im Monat etwas mehr und freue mich nachher über die Rückzahlung.“

Nahezu jeder Gaskunde erhalte für 2014 ein Guthaben, schätzt Thomas Lindner. Das Geld zahlen die Stadtwerke übrigens nicht aus, es wird über eine Gutschrift verrechnet. Nur in Ausnahmefällen gibt es einen Barscheck.