Richtfest im Museums-Anbau

Mit Bier und Currywurst wurde Richtfest im Anbau des Märkischen Museums gefeiert.
Mit Bier und Currywurst wurde Richtfest im Anbau des Märkischen Museums gefeiert.
Foto: Fischer
Was wir bereits wissen
Drei Geschosse sind fertiggestellt. Bau ist zeitlich und finanziell im Plan. Finanzierung für Infrastruktur gesichert: Land gibt 350 000 Euro dazu

Witten..  Die Hülle steht – wenn das kein Grund zum Feiern ist: Zum Richtfest lud daher das Kulturforum gestern alle, die am Bibliotheksanbau am Märkischen Museum mitgewirkt haben. Viel los also im künftigen „Museums-Café“: „Es war ein langer, mühsamer, steiniger Weg bis hierher“, sagte Bürgermeisterin Sonja Leidemann mit Blick auf die vorangegangenen, jahrelangen Querelen. „Aber es hat sich gelohnt – wir sind ein gutes Stück weiter.“

Die Hülle steht – und die kann sich sehen lassen: Drei Geschosse, lichtdurchflutet, ungewöhnlich hell für einen Rohbau. Die Scheiben stehen schon neben den bodentiefen Fensteröffnungen parat. Der Bau ist im Plan – zeitlich wie finanziell: Trotz unvorhergesehener Ausgaben – Bodenuntersuchungen, Abwasser-Probleme – habe man den vorgesehenen Rahmen eingehalten, erklärt Projekt-Koordinator Wolfgang Härtel.

Kellerfläche wurde verkleinert

Wie das möglich ist? Beispielsweise dadurch, dass die Kellerfläche etwas verkleinert wurde. „Dadurch konnte einiges gespart werden.“ Das günstige Zins-Niveau habe außerdem dazu beigetragen, die Kosten niedrig zu halten: „Der Neubau kommt uns tatsächlich im Schnitt günstiger, als es die Bauunterhaltung in den alten Räumen gewesen wäre“, erklärt Härtel. Dennoch: Nicht alles, was wünschenswert wäre, war auch finanzierbar: „Der Anbau ist Schulbaustandard – mehr könnten wir uns finanziell nicht zumuten.“ Dafür ist Härtel, was die Zukunft der Baustelle angeht, ausgesprochen zuversichtlich: „Solche Katastrophen wie in Berlin oder Stuttgart, nein, die passieren uns hier nicht.“

Die Hülle steht – bald geht es an den Innenausbau. Die Finanzierung ist gesichert: 350 000 Euro hat das Land an Förderung für die Infrastruktur zugesagt. 80 Prozent der gesamten Kosten für die Technik werden übernommen. „Damit sind wir in diesem Jahr eine der Bibliotheken mit der höchsten Fördersumme“, so Kulturforums-Vorstand Dirk Steimann stolz. Eine späte Bestätigung sei das für alle die, die durchgehalten haben. Für die, die gemeinsam dafür gesorgt hätten, dass der Rohbau nun steht. Er freut sich, dass viele der einstigen Kritiker des Anbaus den Prozess „nun konstruktiv kritisch begleiten“.

Kinderbibliothek im Gartensaal

Die Hülle steht – so geht es weiter: Noch ist der Übergang zum Museum dicht. In vier Wochen sollen die Gebäude baulich miteinander verbunden werden. Nach Fertigstellung wird die Kinderbibliothek dann in den Gartensaal des Museums ziehen, für die Jugendlichen sind das grafische Kabinett und die Malschule vorgesehen. Wie genau die Nutzung aussehen soll, darüber wird am 22. Juli bei einer öffentlichen Veranstaltung informiert.