Rauchmelder: Wittener Genossenschafts-Mieter untätig

Rauchmelder: Im Fall eines Brandes können sie Leben retten. Vor allem, wenn das Feuer nachts ausbricht, wenn die Betroffenen schlafen.
Rauchmelder: Im Fall eines Brandes können sie Leben retten. Vor allem, wenn das Feuer nachts ausbricht, wenn die Betroffenen schlafen.
Foto: WAZ FotoPool
Die Wohnungsgenossenschaft Witten Mitte eG will in 700 ihrer Wohnungen Rauchmelder installieren. 150 Mieter reagieren nicht auf Anschreiben.

Seit dem 1. April 2013 gilt in NRW: Neubauten müssen mit Rauchmeldern ausgestattet werden. Früher erbaute Häuser sind laut Landesbauordnung bis zum 31. Dezember 2016 damit nachzurüsten. Die Wohnungsgenossenschaft Witten Mitte eG will Mitte des Jahres noch 700 Wohnungen ihres Bestandes mit Rauchmeldern versehen. „150 Mieter haben auf unsere Schreiben hierzu bislang nicht reagiert“, sagt Michael Schirmer, bei der Genossenschaft zuständig für Mieten und Betriebskosten.

Insgesamt besitzt die Wohnungsgenossenschaft, die es seit 1895 in Witten gibt, rund 1600 Wohnungen in der Stadt. Die meisten in Witten-Mitte, jede vierte Wohnung befindet sich in Bommern. 2007 wurden bereits – auf freiwilliger Basis – 800 Genossenschaftswohnungen mit Rauchmeldern ausgerüstet. Jetzt sollen die „noch Unversorgten“ folgen.

Im Juni vergangenen Jahres wurden die Mieter erstmals hierüber per Anschreiben informiert. Schirmer: „Wir haben darin das Angebot gemacht, dass die Kosten für Anschaffung, Installation und Wartung der Geräte mit einer Erhöhung der Miete abgegolten werden. Und zwar mit 5 Cent pro Quadratmeter Wohnraum und Monat.“

Die Genossenschaft betont, dass die Wohnungen nicht nur vorschriftsmäßig, sondern optimal mit Rauchmeldern bestückt werden. „Wir orientieren uns an dem, was die Feuerwehr rät.“ Bis auf die Küche und das Bad würden daher in allen Räumen Rauchmelder angebracht. „Auch in den Hausfluren und Kellern der Häuser.“ Die Wohnungsgenossenschaft möchte auch die Wartung und Funktionskontrolle der Geräte durchführen lassen und nicht die Mieter dazu verpflichten. „Nur so ist sichergestellt, dass diese auch durchgeführt und nicht vergessen werden.“

Die Mieterhöhung, die sich hierdurch ergebe, sei minimal. „Das sind bei großen Wohnungen vier, fünf Euro im Monat.“ Grundsätzlich sei es möglich, die Kosten auf die Mieter umzulegen. Michael Schirmer: „Wir möchten aber darüber mit ihnen zu einem Konsens kommen.“ 20 Mieter hätten bereits Widerspruch eingelegt. „Von 150 anderen haben wir noch keine Antwort.“ Diese hätten jetzt immer noch die Möglichkeit, zu reagieren und sich zu melden. „Ansonsten wird Mitte des Jahres bei ihnen trotzdem ein Monteur auf der Matte stehen und Rauchmelder installieren.“

Gesetzlich verpflichtet, Wohnungen mit Rauchmeldern auszustatten

Im Übrigen würden auch Mieter, die sich gegen die „5-Cent-Vereinbarung“ aussprechen, eine Mieterhöhung erhalten. „Das läuft dann auf eine Mieterhöhung wegen Vergleichsmiete hinaus. Meint: Unsere Mieten liegen unterhalb des für Witten geltenden Mietspiegels. Hierüber können und werden wir dann erhöhen.“ Die Wohnungsgenossenschaft weist darauf hin, dass sie gesetzlich verpflichtet sei, ihre Wohnungen mit Rauchmeldern auszustatten. „Für die zehn bis 20 Mieter, die sich selbst einen Rauchmelder angeschafft haben, arbeiten wir an einer Lösung, um die durch die Mieter getätigten Ausgaben zu vergüten.“

Mieter, die sich telefonisch mit Michael Schirmer von der Genossenschaft in Verbindung setzen möchten: Tel. 02302/281 4332.

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