Raubkunst-Verdacht in Witten - bis Jahresende wird ermittelt

Das Pechstein-Gemälde „Zirkusreiter“ befindet sich seit 1956 im Besitz des Wittener Museums. Es steht unter Raubkunst-Verdacht.
Das Pechstein-Gemälde „Zirkusreiter“ befindet sich seit 1956 im Besitz des Wittener Museums. Es steht unter Raubkunst-Verdacht.
Foto: Walter Fischer
Was wir bereits wissen
Im Falle des Pechstein-Bildes „Zirkusreiter“, das unter Raubkunst-Verdacht steht und von dem Anwalt der Erben des jüdischen Kunsthändlers Alfred Flechtheim zurückgefordert wird, will das Kulturforum Witten spätestens bis zum Jahresende Klarheit schaffen.

Witten.. Das Kulturforum in Witten will der Politik bis Jahresende einen Vorschlag über das weitere Vorgehen im Falle des unter Raubkunst-Verdacht geratenen Max-Pechstein-Bildes „Zirkusreiter“ unterbreiten. Bis dahin will man über das „Deutsche Zentrum Kulturgutverluste“ in Magdeburg prüfen lassen, ob die Rückforderung des Bildes aus dem Märkischen Museum gerechtfertigt ist.

Es gehe um eine grundsätzliche Faktenabwägung, gar nicht so sehr um Glaubwürdigkeit oder Angemessenheit des Rückgabeersuchens, sagte Kulturforumsvorstand Dirk Steimann im Verwaltungsrat. Das Bild soll ursprünglich zur Flechtheim-Sammlung gehört haben. Witten erwarb es 1956 von einem Hagener Kunstsammler für 1500 DM. Heute hat das Gemälde einen Versicherungswert von 1,4 Millionen Euro. Die erste Anfrage des Anwalts erfolgte 2011. Anfang 2015 stellte er offiziell das Rückgabeersuchen.