Ratten plagen so manchen Anwohner in Witten-Annen

Anwohner in Witten-Annen beklagen sich darüber, dass es zu viele Ratten in ihrem Stadtteil gebe.
Anwohner in Witten-Annen beklagen sich darüber, dass es zu viele Ratten in ihrem Stadtteil gebe.
Foto: imago/Olaf Wagner
Was wir bereits wissen
Ratten tummeln sich auf Parkplätzen, berichtet eine Anwohnerin im Wittener Stadtteil Annen. Oder in Müllcontainern, sagt ein Müllmann. Alles im Rahmen, sagt jedoch das Ordnungsamt.

Witten.. Wer Tauben füttert, lockt Ratten an: Darauf hatte die Stadt Witten unlängst hingewiesen, saftige Geldstrafen verhängt – und die Taubenfreunde verärgert. Doch dass Ratten in der Stadt auftauchen, kann auch ganz andere Gründe haben. In Witten-Annen sprechen einige Bürger derzeit von einem „Rattenproblem“. Ein Mitarbeiter des Betriebsamtes bestätigt das. In der Mark und Am alten Kirmesplatz sei das aktuell besonders schlimm. „Da springen einem die Tiere aus dem Restmüllcontainer entgegen.“

Katze lauerte Ratten auf

Und an einem Dienstag, als Biomüll abgefahren wurde, habe eine Katze auf den Boxen gesessen und nur darauf gewartet, dass sich eine Ratte blicken lässt. „Ratten, das geht gar nicht“, sagt der Mann und springt wieder auf den Müllwagen. Eine Leserin (Name der Redaktion bekannt) beklagt, dass sich vor allem am Parkplatz von Real viele Ratten tummeln: „Mein Hund jagt die dort regelmäßig im Gebüsch, wo sie wohl leben. Der wird dann ganz gallig.“ Auch im Bereich Wullen-Stadion gebe es Ratten. Und überhaupt sei ihr in Annen schon oft eine Ratte über den Weg gelaufen oder habe überfahren auf der Straße gelegen. Überfüllte Mülltonnen oder verunreinigte Straßen würden die Tiere anlocken, vermutet die Annenerin.

Bettina Budak hatte noch vor wenigen Wochen ein unschönes Erlebnis an der Annenstraße: „Da kam mir und meiner Freundin am helllichten Tag eine Ratte aus der Einfahrt einer Pizzeria entgegen“, schüttelt sich die 57-Jährige noch heute. „Die laufen doch mitten durch die Stadt“, sagt Erika Graf (80), die an der Annenstraße gerade auf den Bus wartet.

Das Ordnungsamt in Witten ist Anlaufstelle Nummer eins für solche Meldungen und kümmert sich um jeden Einzelfall. Wurden Ratten auf städtischem Gelände gesichtet, legt das Amt selbst Köder aus. Wenn jemand sieht, wie eine Ratte aus einem Kanalschacht klettert, bestückt die ESW (Entwässerung Stadt Witten) die Schächte entsprechend. Überwiegend betreffe das Rattenproblem jedoch Privatleute. „Wurden die Tiere auf einem Privatgrundstück gesehen, schreiben wir die Eigentümer an und bitten sie, dagegen Maßnahmen zu ergreifen“, erklärt Tobias Paschkowsky. Passiere nichts, was selten vorkomme, werde eine Ordnungsverfügung erlassen. Paschkowsky betont, dass von einer Plage derzeit keine Rede sein könne. „In jeder Stadt gibt es Ratten.“

Ratten mögen Vogelfutter

Einer, der öfter mit den Tierchen zu tun hat, ist Klaus Bulitz, der als Schädlingsbekämpfer seit 1998 in Witten im Einsatz ist. Auch er hat vom Rattenproblem in Annen gehört. „Die Tiere sind da, wo sie was zu fressen finden.“ Gerne in Gärten, in denen Vögel gefüttert werden. Denn: „Vom Körnerzeug fällt immer viel runter.“