Rat: Wiesenviertel-Initiative nicht kleinreden

Mit einem Antrag zur „Klärung der Aktivitäten des Vereins Stellwerk“ haben sich die Linken im Rat keine Freunde gemacht. Sie ernteten erbitterten Protest.

Acht Fragen hatte die Linkspartei formuliert. Es ging unter anderem darum, warum eine politische Vorlage erforderlich sei, um das Einwerben von Fördergeldern der Initiative zu unterstützen, welche Sponsoren das „Stellwerk“ finanzierten, warum eine Gruppe von Aktiven durch eine Vorlage der Verwaltung hervorgehoben werde und welche Fördermittel des Kulturforums in den letzten Jahren an den Verein geflossen seien und künftig fließen sollen.

Er sei erstaunt darüber, wie viel Energie darauf verwendet werde, eine gute Sache kleinzureden, eröffnete Stadtbaurat Markus Bradtke den Reigen der Redner, die den Antrag der Linkspartei auseinandernahmen. Die Stellwerk-Initiative habe das Wiesenviertel zu großer Beliebtheit geführt. Bradtke: „Sie machen aus meiner Sicht alles richtig, um die Stadt nach vorne zu bringen.“ Fördermittel würden aus eigener Kraft beantragt, auch von Bund und EU. Seitens der Stadt sei nur eine kleine „Nackenstütze“ erforderlich, womit nicht einmal Geld gemeint war. Diese Initiative brauche Freiheit, sagte der Baudezernent, ein Gedanke, den andere Redner aufnahmen.

„Lasst sie machen“, forderte Klaus Wiegand für die SPD. Die Initiative habe dafür gesorgt, „dass dieses Viertel lebt“. Tobias Grunwald (CDU) forderte die Linke auf, „mal ins Wiesenviertel zu gehen“. Auch andere Wittener, die sich privat engagierten, verdienten Unterstützung.

Oliver Kalusch von den Linken ließ trotzdem nicht locker. Er spielte auf einen Förderantrag des Stellwerks an und stellte „120 000 Euro für eine Kneipe“ (gemeint war das Knuts) in Frage. Es sei die Pflicht von Rat und Verwaltung, Förderprojekte zu prüfen, auch deren Nachhaltigkeit. Sie schäme sich für diesen Antrag, sagte Simone Tillmann vom Bürgerforum. „Es tut mir leid, dass Sie Bauchschmerzen haben. Ich kann ihnen einen wunderbaren Kamillentee kochen.“