Rapper Cro beim Zeltfestival Ruhr in Witten
21.08.2012 | 17:01 Uhr 2012-08-21T17:01:00+0200
Witten. Trotz der großen Hitze war das Konzert des Senkrecht-Starters Cro beim Zeltfestival Ruhr in Witten ausverkauft. Seine Panda-Maske nahm der Rapper zwar nicht ab, dafür warf er Wasserflaschen und sein verschwitztes Handtuch in die begeisterte Menge. Einige Fans durften sogar zu ihm auf die Bühne.
Die Schlange aus nackten Beinen zieht sich vorbei an Ständen mit Keramik-Schüsseln, Perlenketten und Strohhüten, lässt den Marktbesuchern kaum Platz. Und dort, wo sie eigentlich enden sollte, beginnt eine zweite Schlange in die andere Richtung: Von beiden Seiten drängen sich die – wegen der Hitze leicht bekleideten – Fans zum großen Zelt, um den Rapper Cro zu sehen.
In diesem Sommer ist der Musiker mit der Panda-Maske von jetzt auf gleich mit den Liedern „Easy“ und „Du“ durchgestartet. „Als wir die Karten für sein Konzert auf dem Zeltfestival gekauft haben, war er noch nicht so populär“, sagt Dietrich Dinges (28), „jetzt sind die ganzen kleinen Mädchen hier.“ Es stimmt, das Publikum besteht fast ausschließlich aus jungen, weiblichen Fans, vereinzelt befinden sich mitten im Mädchenmeer auch Mamas und Papas, die mit ihren Söhnen dort sind.
Der Rap von Cro ist eben nicht so hart oder brutal, wie man es von anderen Rappern kennt. „Es ist fröhlicher Hip-Hop“, findet Dietrich Dinges. Auch Jessica Kowolik (24) sieht das so: „Die Musik macht gute Laune und man kann auch ein bisschen dazu tanzen, was bei anderem Rap nicht immer geht.“
Hände vors Trommelfell
Tanzen, ja – jubeln und kreischen sowieso. Als Cro auf die Bühne tritt, halten sich einige schützend die Hände vors Trommelfell, so hoch ist die Stimmlage der schreienden Mädchen. Und auch Cro sagt: „Wow, ihr seid übertrieben geil, mir tun jetzt schon die Ohren weh.“ Überflüssig sind da eigentlich seine Fragen: „Sind denn heut Abend Mädels da? Wo sind die Ladys?“
Als er dann zu rappen beginnt, wird gesprungen und getanzt, vergessen sind bei den Liedern die stickige Luft im Zelt, die Schweißtropfen auf Stirn und Nacken und dass jeder Atemzug zum Wettkampf um den letzten frischen Sauerstoff im großen blauem Zelt wird. Einige halten es jedoch nicht lange aus und bahnen sich einen Weg aus dem Gedränge hinaus, suchen sich einen Sitzplatz. Es gibt die Möglichkeiten: stehen in der kochend-heißen Mitte oder festkleben am Plastikstuhl.
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