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Strafprozess

Prozess nach Schlägerei in der Weltmeisterschafts-Nacht

19.02.2016 | 15:49 Uhr
Prozess nach Schlägerei in der Weltmeisterschafts-Nacht
Um gefährliche Körperverletzungen während der WM-Feier in der Nacht vom 13. zum 14. Juli 2014 auf der Hauptstraße zwischen Kornmarkt und Rathausplatz geht es jetzt Strafprozess. Das Zünden von Feuerwerkskörpern ist dabei kein Thema. Foto: Archiv, Jürgen Theobald

Witten.   Während der Feier der Fußballweltmeisterschaft wurden zwei Wittener von einer Gruppe junger Männer übel zugerichtet. Der Angeklagte schweigt dazu.

Um die Schlägerei am Kornmarkt in der Nacht des WM-Finales ging es am Freitag im Strafverfahren gegen einen mutmaßlichen Seriengewalttäter (23). Der Wittener ist vor dem Bochumer Landgericht außerdem angeklagt, seine Ex-Partnerin und zwei ihrer Freundinnen brutal geschlagen und getreten zu haben.

Opfer wollte Straßenbahn schützen

Ausgelassen feierten hunderte Wittener den deutschen WM-Titel nach dem Finale (Deutschland – Argentinien 2:1) am 13. Juli 2014. Eine Gruppe setzte sich auf die Straße, hinderte die 310 an der Weiterfahrt. Ein Wittener forderte die Feiernden auf, die Straßenbahn durchzulassen. Drei junge Männer, die wiederholt von der Seite gegen die Bahn traten, forderte er auf, damit aufzuhören. Einen fasste er an der Schulter, worauf dieser ihm links und rechts eine Ohrfeige verpasste. Diese Rangelei ging noch relativ glimpflich aus. Die Ohrfeigen konnte der Geschädigte dem Angeklagten noch zuordnen, immerhin soll er diesen auch selbst in den „Schwitzkasten“ genommen haben. Die Freundin eines zweiten Witteners soll der Angeklagte, selbst irakischer Kurde, als „deutsche Hure“ beschimpft haben. Auch sie erkannte ihn vor Gericht wieder.

Auch gegen Wirbelsäule getreten

Laut Staatsanwalt kehrte der Angeklagte mit Verstärkung zum Kornmarkt zurück. Aus einer Gruppe von fünf bis zehn junger Männern heraus, berichteten die beiden Geschädigten, seien sie geschlagen und getreten worden – gegen den Kopf, in den Bauch und von hinten gegen die Wirbelsäule, als sie am Boden lagen. Einer verlor die Schneidezähne, der andere erlitt einen Bruch des Augenhöhlenbodens. Beide waren länger arbeitsunfähig. Diese Angriffe konnten die Zeugen aber nicht eindeutig dem Angeklagten zuordnen. Der 23-jährige selbst äußerte sich zu dem Geschehen am Kornmark nicht.

Angriff auf Freundin seiner Partnerin

Eine weitere Zeugin bat der Angeklagte um Entschuldigung. Sie war eine Freundin seiner damaligen Partnerin. Sie hatte er an einem anderen Tag in der Innenstadt geohrfeigt und ihr fest an den Haaren gezogen. Als Zeugin bestätigte sie, dass er rasend vor Eifersucht gewesen sei. Er habe befürchtet, dass sich seine Partnerin mit anderen Jungs treffe. Die Partnerin holte sich aber nur gerade einen Döner an der Bude. Der nächste Weg der beiden Frauen führte sie geradewegs auf die Polizeiwache, um den Angriff zu melden.

Der Prozess geht weiter.

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2016-02-19 15:49
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