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Projekte für die Zukunft

30.11.2009 | 17:41 Uhr
Projekte für die Zukunft

Wie die Weltbevölkerung nachhaltig leben kann, damit befassen sich Studenten bei der „Oikos Winter School”.

Sie sitzen an Tischen, die zu einem Rechteck formiert sind. Ana Stuermer unterhält sich engagiert mit den anderen Teilnehmern der Oikos Winter School, während sie nach und nach die Graupensuppe von ihrem Teller löffelt. Diskussionsbedarf gibt es hier genug – auch während der Mittagspause, denn sie alle haben eines gemeinsam: Sie möchten nachhaltig leben, nachhaltig wirtschaften.

Was Nachhaltigkeit dabei überhaupt bedeutet? „Nachhaltigkeit ist die Fähigkeit, ein lebenswertes Leben zu führen, ohne dabei für zukünftige Generationen das Recht darauf einzuschränken”, erklärt Jonathan Rüth, einer der Studenten, die die diesjährige Winter School organisiert haben. Jeder hat ein eigenes Projekt mitgebracht. Wie er das umsetzen kann, möchten die 16 Teilnehmer aus neun Nationen aus aller Welt in der Woche an der Universität Witten/Herdecke lernen.

Ana Stuermer ist extra aus Kanada eingeflogen, „um etwas über die verschiedenen Standpunkte zu erfahren”. Sie studiert Urbanistik, also Stadtforschung, und die Wirtschaft stelle dafür die Rahmenbedingungen. Die 28-Jährige ist das erste Mal in Deutschland und Witten und findet: „Das ist eine fantastische Gegend.” Für sie ist es interessant, das Stadtbild zu sehen. Die Gebäude seien, anders als bei ihr in Monreal, kleiner und stünden enger beisammen.

Jeder der Teilnehmer hat andere Gründe für die Teilnahme. So geht es Ren Makino (21) aus Tokio vor allem darum, Netzwerke aufzubauen, um Oikos und das Thema Nachhaltigkeit auch an seiner Universität zu etablieren. Leah Chapman (20) aus Florida in den USA möchte Nachhaltigkeit an ihrer Universität gerne als Pflichtkurs einführen, den alle Studierenden belegen müssen. „Ich möchte nicht zusehen, wie unsere Welt zerstört wird”, sagt die Studentin der Religion und Politik.

Philipp Schöffmann hatte hingegen keinen ganz so weiten Weg. Der 27-Jährige hat vor vier, fünf Jahren in Wien eine Organisation gegründet, die sich im Bereich Bildung für Nachhaltigkeit einsetzt. Was sind die Probleme, was kann ich tun? „Ich bin in erster Linie hier, weil ich toll finde, was Oikos macht, wie sich eine studentische Initiative für Nachhaltigkeit einsetzt”, sagt er. Schöffmann erhält für seinen Einsatz in diesem Feld morgen den „Oikos Student Entrepreneurship Award”.

Ana Stuermer nutzt die Woche, um „eine bessere Einstellung davon zu bekommen, was es auf der Welt gibt”. Die Kosten für die Reise übernimmt ihre Universität. Denn Ana Stuermer wird das Erlernte mit nach Kanada nehmen. Für sie steht fest, dass die Welt sich ändern muss. „Bei uns fährt jeder mit dem Auto”, sagt die Kanadierin. Die Leute müssten lernen, sich zusammen zu tun und Fahrgemeinschaften zu bilden. „Wenn wir an Nachhaltigkeit denken, muss vieles im Wandel sein”, sagt sie.

Kathrin Feldhofer

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