Polizisten kontrollieren Kindersitze in „Elterntaxis“

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Was wir bereits wissen
Die Aktion an der Pferdebachschule sollte zeigen, wie sicher junge Verkehrsteilnehmer mitfahren. Ob es tatsächlich Verwarnungen gab?

Witten..  Morgens um halb acht. Es dämmert. Wie an allen Schulen, herrscht um diese Zeit auch an der Pferdebachschule Hochbetrieb. „Elterntaxis“ halten und entlassen die Sprösslinge in den Schulalltag. Doch gestern war etwas anders als sonst: Beamte des Polizeipräsidiums Bochum kontrollierten die Sicherheit der mitfahrenden Kinder.

Rund 13 Polizisten warfen einen Blick in die Fahrzeuge, um zu gucken, ob und wie die kleinen Beifahrer gesichert waren. Rund 50 Autos wurden gecheckt. Dabei mussten zwei Verwarnungen ausgesprochen werden. In diesen Fahrzeugen war der Nachwuchs nicht vorschriftsmäßig gesichert. Anzeigen gab es keine.

Informieren und aufklären

„Insgesamt sind wir zufrieden“, fasst Einsatzleiter und Polizeihauptkommissar Frank Martini zusammen. „Die Eltern achten recht gut auf die Sicherheit ihrer Kinder. Wir wollen mit unserer Aktion aber niemanden an den Pranger stellen, sondern informieren und aufklären – im Sinne unserer Kinder.“ Denn unterm Strich sei ein guter Kindersitz billiger als ein verletztes Kind.

Die zunehmende Zahl verletzter Kinder als „passive Verkehrsteilnehmer“ ist der Grund für die Kampagne des Polizeipräsidiums Bochum. So wurden in Witten, Herne und Bochum im vergangenen Jahr 40 Kinder verletzt. Im Jahr 2014 waren es nur 26. „Die Tendenz ist steigend“, so Martini weiter. „Aus diesem Grunde machen wir flächendeckende Kontrollen.“ Die Nachbarstädte waren auch schon an der Reihe.

Das Klicken des Gurtes gehört dazu

Wenn ein Kind nicht vorschriftsmäßig gesichert ist, sei die Verletzungsgefahr im Falle eines Unfalls sieben Mal größer. „Das Klicken des Gurtes vor dem Start gehört für uns zur Verkehrserziehung. Mit ein wenig Kontrolldruck wollen wir das Bewusstsein schärfen“, ergänzt Polizeioberkommissar Stefan Heimbuch. Die Vorschrift in der Straßenverkehrsordnung gibt es seit 1993. Dort heißt es, dass Kinder bis zum zwölften Lebensjahr und wenn sie kleiner als 1,50 Meter sind, nur mit geeigneten Rückhalteeinrichtungen im Auto mitfahren dürfen.

Bei der Kontrolle hatten die Beamten nur in zwei Fällen etwas zu beanstanden. Einmal war das Styropor der Sitzschale zerbröselt. Im anderen Fall war das Kind zwar angeschnallt, aber trotz geringer Größe nicht im Kindersitz. Der war in der morgendlichen Hektik im Zweitfahrzeug geblieben. Die Mutter zeigte sich einsichtig und ärgerte sich nicht über das Bußgeld, sondern nur über sich selbst.