Polizei warnt vor Haustür-Betrügern in Witten

„Wachsam sein!“: Bärbel Solf (l., Polizei), Oliver Schloßer und Janine Kokott (r., Stadtwerke) mit Kristin Haselbach (2.v.r.), die auf zwei Vertreter hereinfiel.
„Wachsam sein!“: Bärbel Solf (l., Polizei), Oliver Schloßer und Janine Kokott (r., Stadtwerke) mit Kristin Haselbach (2.v.r.), die auf zwei Vertreter hereinfiel.
Foto: Funke Foto Services

Witten..  Ob ein falscher Handwerker oder ein angeblicher Zählerableser: Die Polizei warnt vor Trickbetrügern, die verstärkt in Witten und den Nachbarstädten unterwegs sind.

Es gebe derzeit „auffällig viele Anzeigen“, so Bärbel Solf, die Leiterin „Kriminalprävention und Opferschutz“ des Polizeipräsidiums Bochum. Sie beschreibt die „Haustür-Kriminalität“ so: Personen, die meist unangekündigt klingeln, sich – oft mit Dienstausweis und Dienstkleidung – selbstbewusst als Handwerker oder Stadtwerke-Mitarbeiter ausgeben. Die in der Regel älteren Opfer würden sich oft aus Höflichkeit oder der Geselligkeit wegen in ein Gespräch verwickeln lassen oder den „Handwerker“ sogar in die Wohnung lassen – und damit Langfingern Tür und Tor öffnen.

Komplize schlüpft durch die offene Tür

Die Wohnungstür bleibe oft offen stehen, erklärt Bärbel Solf. Während der „Handwerker“ die Opfer in Aufgaben verwickele („Kommt klares Wasser aus dem Hahn?“), schlüpfe ein Komplize durch die Tür und schnappe sich Schmuck oder Geld. Bei den älteren Leuten „sind das dann oft mehrere tausend Euro“. Die üblichen Verstecke kennen die Täter schon: Kleider- oder Küchenschränke oder auch unter der Wäsche. Der Rat der Polizei: Nie jemanden in die Wohnung lassen, der sich nicht angekündigt hat, gegebenenfalls einen Nachbarn mit dazu holen.

„Hinterher ist man schlauer“ – das dürfte wohl auch Kristin Haselbach denken. Die Wittenerin ist ein Beispiel dafür, dass nicht nur Ältere auf dubiose Betrüger oder Geschäftemacher reinfallen. Die 26-Jährige hatte kürzlich zwei Vertreter eines angeblichen Energieversorgers an der Tür.

„Ich habe nicht geschaltet“

„Sie redeten etwas davon, den Zählerstand abzulesen. Und dann haben sie gesagt, ich könnte ja gleich meinen Stromtarif wechseln und Geld sparen“, sagt Kristin Haselbach. Sie holte ihre alten Unterlagen, gab sogar ihre Kontodaten heraus und unterschrieb einen neuen Vertrag. „Die haben mich so zugelabert – da habe ich nicht geschaltet“, gibt die 26-Jährige zu. Mittlerweile hat sie den dubiosen Vertrag widerrufen.

In anderen Fällen geben sich Betrüger direkt als Stadtwerke-Mitarbeiter aus, gaukeln einen Notfall vor („Ohne Unterschrift kein Strom mehr“). An der Tür würden die Stadtwerke nie Geschäfte machen, wenn ein Mitarbeiter komme, dann immer angekündigt, betonen die Stadtwerke. Kristin Haselbach hat für sich die Lehren gezogen: „Ab sofort wimmele ich Leute an der Tür sofort ab.“