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Polizei musste über 50 Mal zur Notunterkunft ausrücken

06.01.2016 | 15:24 Uhr
Polizei musste über 50 Mal zur Notunterkunft ausrücken
Einige Streiteigkeiten gab es in der Notunterkunft Jahnhalle im vergangenen Jahr - das sei aber normal, bei einer längeren Unterbringung auf engem Raum, sagt die Polizei.Foto: Thomas Nitsche

Witten.   Ruhestörungen, Beleidigungen, aber auch Körperverletzungen sorgten für Polizeieinsätze. Kein Anstieg der Kriminalität durch oder gegen Flüchtlinge.

Die Polizei musste nach eigenen Angaben vergangenes Jahr zwischen Juli und Dezember 50 bis 60 Mal für einen Einsatz zur Flüchtlingsnotunterkunft in der Jahnstraße ausrücken. Im Juli musste die Stadt dort die ersten Ausländer unterbringen.

„Es waren Einsätze, die typisch sind für Einrichtungen, in denen viele Bewohner länger auf engem Raum leben müssen“, sagt Reinhard Glowka, Leiter der Wittener Polizeiwache. In der Regel habe es sich um kleinere Streitigkeiten, Ruhestörungen oder Beleidigungen gehandelt. Es wurden aber auch (kleinere) Körperverletzungen verzeichnet.

Nackter Oberkörper sorgte für Streit

Ein Beispiel für ein Vorkommnis sei, dass eine Familie abends schlafen wollte, mehrere Personen sich im Schlafsaal aber weiter laut unterhalten hätten. Daraufhin sei es zum Streit zwischem dem Familienvater und den Personen gekommen. In einem anderen Fall „hatte jemand mit nacktem Oberkörper auf einer Pritsche gelegen, was eine andere Person aus religiösen Gründen nicht wollte“, so Glowka. Es sei zum Streit gekommen. In den Fällen, in denen ein Strafantrag gestellt worden sei, sei es zur Anzeige gekommen.

Die Polizei steht eigenen Angaben zufolge in regelmäßigem Kontakt mit dem an der Jahnhalle eingesetzten Sicherheitspersonal. Glowka: „Sie melden sich auch, wenn noch nichts passiert ist, sich aber etwas anbahnt.“ Zudem fährt die Polizei verstärkt Streife in der Jahnstraße und schaut in der Halle nach dem Rechten. Zweimal pro Woche gab es dort eine mobile Wache, um Fragen der Flüchtlinge zu beantworten und „Präsenz zu zeigen“. Derzeit ist die Notunterkunft nicht belegt. Am Donnerstag, 7. Januar, erwartet die Stadt 15 Flüchtlinge, die fest zugewiesen werden, also nicht in der Notunterkunft unterkommen.

Keine Angriffe auf Flüchtlinge

Insgesamt verzeichnet die Polizei keinen Anstieg der Kriminalität in Witten – weder gegen noch durch Flüchtlinge. Natürlich habe es mal einen Ladendiebstahl durch einen Asylbewerber gegeben, sagt Wachleiter Reinhard Glowka. „Aber den gibt es bei tausend anderen auch.“ An einen Angriff auf einen Flüchtling könne er sich nicht erinnern.

Bis auf den Anfang September verübten Brandanschlag auf die damals noch leerstehende Unterkunft in einem Gästehaus in Bommerholz habe es keine Angriffe auf Einrichtungen gegeben, versichert der Polizeibeamte. „Es wurde nichts beschmiert, es wurden keine Böller geworfen, keine Scheibe zerstört.“ Auch die Stadt ist zufrieden: „Das Sicherheitskonzept funktioniert“, sagt Sprecherin Lena Kücük mit Blick auf das eingesetzte Sicherheitspersonal.

Zu dem Brandanschlag in Bommerholz, bei dem es lediglich zu einem Schwelbrand kam, gibt die Polizei lediglich zu Protokoll, dass der Staatsschutz weiter ermittele.

Dennis Sohner

Kommentare
08.01.2016
17:36
Polizei musste über 50 Mal zur Notunterkunft ausrücken
von vomDach | #3

es wäre interessant, wie oft in der Zeit die Polizei zu deutschen Wohnungen ausrücken musste.

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2016-01-06 15:24
Witten