Polizei bestätigt: Ehec war nicht Todesursache

Ein Junge von der Baedekerschule war an Ehec erkrankt. Der Virus war aber nicht die Ursache für seines Todes.
Ein Junge von der Baedekerschule war an Ehec erkrankt. Der Virus war aber nicht die Ursache für seines Todes.
Foto: Funke Foto Services
  • Ein verstorbener achtjähriger Junge aus Witten war mit Ehec infiziert
  • Der Darmkeim war nach Angaben der Polizei aber nicht die Todesursache
  • 13 weitere Durchfallerkrankungen bei Wittener Schulkindern

Witten.. Gestern gab es neue Informationen zum Ehec-Fall an der Baedekerschule: Tatsächlich war der achtjährige Junge, der in der letzten Woche gestorben ist, an Ehec erkrankt. Der Darmkeim war nach Angaben der Polizei aber nicht die Todesursache. Woran das Kind gestorben ist, wurde nicht mitgeteilt.

[kein Linktext vorhanden] Das ist im Wesentlichen das, was die Behörden am Freitag zu diesem Falle offiziell verlauten ließen – nachdem am Donnerstag bekannt geworden war, dass ein Zweitklässler gestorben war und gleichzeitig ein Ehec-Fall an der Grundschule in Annen aufgetreten war.

Kind wurde obduziert

Dass der positive Ehec-Befund von dem toten Jungen stammte, wurde vom Kreisgesundheitsamt da noch nicht bestätigt. Wie stark die Ehec-Erkrankung bei dem Jungen fortgeschritten war, dazu gab es auch am Freitag keine näheren Angaben. Die Polizei betont ausdrücklich, dass die Todesursache eine andere als der gefährliche Darmkeim gewesen sei. Das habe eine Obduktion ergeben. Das Kind sei eines natürlichen Todes gestorben, erklärt Volker Schütte, Sprecher des Polizeipräsidiums in Bochum.

Das Kreisgesundheitsamt wartet derweil weiter auf die Ergebnisse der Stuhlproben, die bei 13 an Magen-Darm-Infekten erkrankten Kindern der Baedekerschule genommen wurden. Erst drei Ergebnisse lagen bis gestern vor. Sie waren negativ. Weder Ehec noch Noro-Viren wurden laut Kreis nachgewiesen. Weitere Ergebnisse werden in den nächsten Tagen erwartet.

Den erkrankten Kindern gehe es den Umständen entsprechend gut. Kreis-Pressesprecher Ingo Niemann: „Soweit mir bekannt ist, liegt keines im Krankenhaus.“ 13 Erkrankungen an Durchfall in einer Schule seien für Januar zudem überhaupt nichts Ungewöhnliches. Niemann: „Es ist jetzt die Hochzeit der Noro-Viren.“

Von Panik war nichts zu spüren

Trotz der Aufregung und des großen Medienechos – auch ein Fernsehteam des WDR war gekommen – verlief der Unterricht an der Grundschule in Annen am Freitag offenbar wieder ganz normal. Von Panik und Verunsicherung, über die eine betroffene Mutter am Donnerstag berichtet hatte, war an der Schule nichts zu spüren – so zumindest der Eindruck von außen.

Das bestätigt auch Sarah Göthert, die ihren Sohn Nico nach Schulschluss abholte. Nachdem sie letzten Samstag den Brief bekommen hatte, in dem über den Ehec-Fall informiert worden war, sei sie zunächst erst recht verunsichert gewesen – zumal Nico in die Klasse des erkrankten Jungen geht. Sarah Göthert griff daher zum Telefon und rief beim Gesundheitsamt am – so wie es in dem Schreiben angeboten wurde.

„In dem Telefonat sind mir die Sorgen genommen worden“, sagt sie. Auch von der Schule habe sie sich jederzeit gut informiert gefühlt. Ob und in welchem Zusammenhang mit Ehec der Todesfall in der Klasse steht, habe aber auch sie bis dahin nicht gewusst. „Das habe ich erst heute gelesen.“

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