Party auf dem Disco-Lindwurm
29.08.2009 | 07:00 Uhr 2009-08-29T07:00:00+0200
Mini-Loveparade in der City: Zur Eröffnung des neuen Jugencafes an der Werkstadt zogen gestern etwa 100 Jugendliche mit viel Musik und bester Stimmung durch die Innenstadt.
Neugierig recken sie ihre Köpfe aus Fenstern und Türen. Doch was sich dort mit dröhnenden Bässen und jubelnden Jugendlichen durch die Innenstadt schiebt, ist keine Wittener Loveparade, sondern der Umzug zur Eröffnung des neuen Jugendcafe´s an der Werkstadt. Etwas kleiner zwar als der Zug der Liebe, aber mit genauso viel Spaß.
Schon um 16.30 Uhr, als die zwei Trecker noch auf ihre Abfahrt warten, hat sich der Rathausplatz in eine große Disco verwandelt. Lady Gagas „Pokerface” und die Trommelwirbel der „Barulheiros” animieren die Jugendlichen zum Tanzen, einige Ältere ziehen mit Händen über den Ohren an den Wagen vorbei, die meisten aber lächeln. „Das ist eine gute Idee mit dem Jugencafe´”, sagt ein Passant. „Wir müssen was für die jungen Leute tun, damit sie nicht rumhängen.”
Dem kleinen Kamil (2) ist es überhaupt nicht zu laut. Mit seiner „Sponge Bob”-Tasche über der Schulter und einem breiten Lächeln im Gesichtchen tanzt er auf der Straße und lässt sich sogar von Hauptkommissar Johannes Weißenberg zu den jungen Damen in den Partywagen heben. „Das Jugendcafe´ ist eine schöne Sache”, sagt Weißenberg. Und Laura (16) und Carolin (16) erwarten Großes vom neuen „Treff.” an der Werkstadt: „Hoffentlich zieht das Cafe´ viele Leute an. Sonst ist es mit den Angeboten für Jugendliche in Witten ja nicht so toll.”
Endlich setzt sich der Party-Lindwurm in Bewegung. „Ein kleiner Schritt für die Werkstadt, ein großer für die Menschheit”, ruft DJ Sebastian durchs Mikro. Die Discokugel im Trecker glitzert im Sonnenlicht, über den Boden flattert ein Wahlflyer der Linken. Über die Ruhrstraße geht's durch die Johannis-, Winkel- und über die Ardeystraße schließlich zur Werkstadt, wo schon der grüne Rasenteppich ausgelegt ist und auf den Tischen Blümchen und Windlichter warten.
Doch bevor der offizielle Teil beginnt und das Logo des neuen Jugencafe´s gelüftet wird, lassen es die „Barulheiros” noch einmal richtig krachen. Dunkle Wolken ziehen auf, doch Petrus hat ein Herz für die Wittener Jugendlichen. Denen spricht Volker Hassenpflug, Vorsitzender des Werkstadt-Fördervereins, ein ganz dickes Lob aus: „Das Schöne ist, das habt Ihr gemacht.” Ohne die Jugendlichen wäre das Jugendcafe´ nie das geworden, was es jetzt ist, meint Hassenpflug. Auch Bürgermeisterin Sonja Leidemann ist begeistert. Vor drei, vier Jahren sei die alte Elektrowerkstatt tatsächlich noch eine Werkstatt gewesen, jetzt sei sie der neue Treff in Witten. „Ich bin echt gerührt.”
Richtig happy war das Kinder- und Jugendparlament, das schon vor zehn Jahren einen zentralen Jugendtreff gefordert hatte und ihn jetzt endlich auch eröffnen konnte. „Wenn jetzt noch der Treff in Heven eröffnet, dann haben wir drei tolle Treffpunkte, von denen andere Städte nur träumen können”, sagt KiJuPa-Sprecher Benedikt Sendlinger.
Das Lüften des neuen Logos klappt nicht: Als Leidemann,
Sendlinger und Hassenpflug an den Seilen ziehen, reißt nur ein Stroffstreifen ab, der knallgrüne „Treff.” ist aber dank des Windes trotzdem zu sehen.
Und dann öffnen sich die Türen, die „Hausbesetzer”-Party kann beginnen. „Sieht gut aus”, sagen Bianca (15) und Linda (14). „Die Tapete ist geil.” Und wer Samstagabend schon wieder fit ist, kann direkt weiterfeiern im „Treff.” – bei „Gehacktes” um 19 Uhr.
11:33
tausende die Jugendheime vermissen ? Ich glaube Du lebst noch in den 50èr ?
Gestern, das war die Beste Aktion seit Jahren, wenn so ein Sofa Muffel wie ich es bin nach der Arbeit seinen Hintern hoch bekommt und vom Balkon schaut was da draussen wieder für ein Terror ist.... und sieht dann eine Gruppe junger Menschen die Spass haben hinter einen Traktor her zu laufen, find ich Gut, wir hatten keine Jugendheime.........
10:45
Gut hundert Jugendliche mit ausreichend Taschengeld feiern das neue Café, während tausende die geschlossenen Jugendheime vermissen. Aus den Grünanlagen der Stadt werden sie mit ihrer Wut vertrieben.