Ortsverein legt in Witten neues Jahrbuch für Geschichte vor

Mit dem neuen Jahrbuch für Geschichte; herausgegeben vom Verein für Orts- und Heimatkunde in der Grafschaft Mark: Hardy Priester (Geschäftsführer, v. li.), Dietrich Thier (Herausgeber) und Olaf Schmidt-Rusch (Mitherausgeber). Foto: Barbara Zabka
Mit dem neuen Jahrbuch für Geschichte; herausgegeben vom Verein für Orts- und Heimatkunde in der Grafschaft Mark: Hardy Priester (Geschäftsführer, v. li.), Dietrich Thier (Herausgeber) und Olaf Schmidt-Rusch (Mitherausgeber). Foto: Barbara Zabka
Was wir bereits wissen
Mord im Mittelalter oder Zechenhistorie sind Themen des druckfrischen Jahrbuchs, das der Verein für Orts- und Heimatkunde jetzt vorlegt.

Witten..  Druckfrisch ist das aktuelle Märkische Jahrbuch für Geschichte, das der Verein für Orts- und Heimatkunde in der Grafschaft Mark (VOHM) jährlich herausgibt. Das vorliegende Druckwerk ist mittlerweile der 115. Band in Folge .

Beim Verein, der seit 1886 besteht, ist das Jahrbuch eine altbewährte Tradition, die nur durch die Kriegswirren unterbrochen wurde. „Sonst hätten wir schon mehr Bände“, so der Geschäftsführer Hardy Priester.

Neun Aufsätze rund um Themen aus der historischen Grafschaft Mark machen das Buch für den geschichtlich interessierten Bürger lesenswert. „Wir erstellen ganz bewusst kein Themenbuch“, betont Herausgeber Dietrich Thier. „Die wissenschaftlich fundierten Beiträge werden uns von engagierten Regional-Historikern zur Verfügung gestellt. Die Auswahl ist nicht immer leicht. Neben den formalen Kriterien sind uns die aktuellen Forschungsansätze sehr wichtig.“

400 Vereinsmitglieder erhalten Band kostenlos

Inhaltlich dreht sich das Jahrbuch um das Mittelalter bis zur Neuzeit. Immer im Fokus der Grafschaft Mark. Dazu gehören beispielsweise die Anfänge Iserlohns, Mord und Totschlag im 13. Jahrhundert, die Hüttenzechen am Beispiel des Bochumer Vereins und die Alltagsgeschichte der Kirchengemeinden im Zweiten Weltkrieg. Das exklusivste Wittener Thema ist sicherlich die Geschichte des Martineums von 1908 bis zur Zeit des Kirchenkampfes in der Nazi-Zeit.

Rund ein Jahr arbeitet der VOHM an der Vorbereitung seiner Jahrbücher. „Bereits jetzt haben wir den nächsten Band in Angriff genommen“, erzählt Mitherausgeber Olaf Schmidt-Rutsch. „Alle eingereichten Arbeiten lesen und prüfen wir stets gründlich. Das ist oft ganz schön zeitaufwändig.“

Die 400 Vereinsmitglieder erhalten das Jahrbuch übrigens kostenlos. Obwohl das Museum für den Umbau geschlossen ist, kann es wie gewohnt dort abgeholt werden. Mittwochs und donnerstags zwischen 8 und 12 Uhr, sowie zwischen 13 und 15 Uhr. Zugang zum Museum ist über den Hintereingang möglich.

Jahrbuch kostet im Buchhandel 25 Euro

Für alle anderen ist es für 25 Euro in den Buchhandlungen erhältlich. „Für den interessierten Leser der Jahrbücher ist es sicherlich interessant, Mitglied im Verein zu werden. Der Jahresbeitrag beträgt nämlich nur 20 Euro. Da schlägt man gleich zwei Fliegen mit einer Klappe“, so der Geschäftsführer.

Die Grafschaft Mark ist übrigens ein historisches Gebilde. Sie war im zwölften Jahrhundert ein vernachlässigtes Territorium an der Mittleren Ruhr - zwischen den Erzbistümern Köln, Paderborn und Münster. Die Grafschaft reichte geographisch betrachtet von Siegen bis Hamm und von Wattenscheid bis Soest. Der Sitz des heimatkundlichen Vereins ist und bleibt das Museum. Dort befindet sich auch das umfangreiche Archiv und die Bibliothek mit mehr als 40 000 Büchern. Dort findet der Besucher auch die kompletten Jahrbücher.