Ohne Bewegung geht es nicht

Knapp 300 Besucher kammen zum Medizinforum ins Marien-Hospital. WAZ-Lokalchef Jürgen Augstein (li.) moderierte die Veranstaltung.
Knapp 300 Besucher kammen zum Medizinforum ins Marien-Hospital. WAZ-Lokalchef Jürgen Augstein (li.) moderierte die Veranstaltung.
Foto: Barbara Zabka
Was wir bereits wissen
Referenten plädierten beim Wittener Medizinforum unserer Zeitung für genügend Sport.Nur so könne der Körper auch im Alter fit und gesünder bleiben.

Witten..  Schmerzen in Knie, Schulter oder Rücken. Belastend und unangenehm, da bleibt natürlich die Lust auf Sport aus. Bewegung ist aber trotzdem gut – und sogar notwendig, um fit zu bleiben und auch im fortgeschrittenen Alter noch so beweglich wie möglich. Das betonten die Experten beim WAZ-Medizinforum im Marien-Hospital ausdrücklich.

Therapie individuell abstimmen

„Das Thema scheint viele zu betreffen“, stellte WAZ-Lokalchef Jürgen Augstein, der die Veranstaltung moderierte, mit Blick auf das zahlreich erschienene Publikum fest. Es waren knapp 300 Besucher gekommen, um den Fachvorträgen zum Thema „Beweglich bleiben – trotz Bandscheibenvorfall, Kalkschulter oder Kniegelenksarthrose“ zu lauschen und im Anschluss ihre Fragen an die Ärzte zu stellen.

„Alle Themen des heutigen Abends sind letztlich mit der Lebensqualität verbunden“, erklärte Dr. Oliver Meyer, Leiter des Zentrums für Becken-, Hüft-, Knie- und Fußchirurgie. Er sprach über mögliche Wege, eine Kniegelenksarthrose zu verlangsamen. „Der Verschleiß des Knorpelüberzugs am Knie ist ganz normal und kommt mit dem Alterungsprozess“, sagte er. Eine Therapie oder eine Knieprothese müsste individuell auf den Patienten abgestimmt werden. Um die Kniegelenke nicht zusätzlich zu belasten, riet er unbedingt, Übergewicht zu vermeiden und mit gezielten Übungen die Muskeln zu kräftigen.

Die Themen der Vorträge wurden von den Expterten anschaulich präsentiert: Entsprechende Folien und kurze Videoeinspielungen ergänzten beschriebene Behandlungsmethoden, auch für Kalkschulter und Bandscheibenvorfall. Obwohl die meisten der genannten Erkrankungen und Beschwerden, die Thema des Forums waren, weit in der älteren Bevölkerung verbreitet seien, sei doch bis heute keine allgemeingültige Lösung für eine Therapie gefunden. „Man muss immer individuell für jeden Patienten eine Lösung finden. Es gibt nicht die eine richtige Behandlung, bei jedem Einzelnen muss neu entschieden werden, ob eine Operation nötig ist oder nicht“, erklärte Wolfgang Neuberth, niedergelassener Facharzt für Chirurgie und Unfallchirurgie.

Den inneren Schweinehund überwinden

Die Besucher hörten während der zwei Stunden aufmerksam zu. „Ich bin schon viermal operiert worden und finde das Format des Medizinforums interessant. Spannende Vorträge von Experten und eine gute Moderation veranschaulichen mir die komplexen Vorgänge im Körper“, so eine 85-jährige Besucherin aus Witten.

Claudia Bartschek, Leiterin des Zentrums für Prävention, Therapie, Rehabilitation und sportmedizinische Diagnostik am Marien-Hospital, brachte die Botschaft des Podiums auf den Punkt: „Es ist notwendig, für genügend Bewegung zu sorgen und dazu den inneren Schweinehund regelmäßig zu überwinden.“

Das fragte unser Publikum

Ich habe unter dem Fuß Arthrose. Es tut sehr weh, was kann ich machen?

Das kann sehr schmerzhaft sein. Am besten sprechen Sie dazu mit dem Arzt, der die Erstbehandlung gemacht hat und lassen sich einen Termin für das weitere Vorgehen geben.

Bei meiner Spinalkanalstenose haben mir Ärzte schon zu ganz verschiedenen Behandlungen geraten. Was ist denn nun die richtige?

Die Wirbelsäule ist komplex, eine Therapie bei Problemen ist erstmal gut. Aber es gibt kein absolutes Versprechen, dass der Patient komplett geheilt wird.

Wie kann man einen Hexenschuss und einen Bandscheibenvorfall als Laie am eigenen Körper unterscheiden?

Allgemein kann man sagen, wenn Sie den Schmerz im Bein verspüren, dann ist vermutlich die Bandscheibe, beziehungsweise der Spinalnerv betroffen. Bei Schmerzen im Kreuz besteht eher der Verdacht auf einen Hexenschuss.

Ich nehme starke Medikamente. Muss ich meine Organe auf Nebenwirkungen untersuchen lassen?

Ja, eine regelmäßige Kontrolle ist sehr zu empfehlen.

Was wird an Behandlungen von der Krankenkasse bezahlt?

Dazu sollte man sich rechtzeitig informieren, bei einer Behandlung in speziellen Zentren übernimmt die gesetzliche Krankenkasse Kosten.

Ich bekomme regelmäßig Spritzen ins Knie. Kann ich so eine Operation umgehen?

Das kann man grundsätzlich nicht so sagen. Es ist gut, wenn die Spritzen helfen, aber ob dennoch eine Operation notwendig ist, muss der behandelnde Arzt entscheiden.

Was ist von Röntgenbestrahlung bei Arthrose zu halten?

Eine Wirkung ist noch nicht wissenschaftlich erwiesen.