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Last-Minute-Reisen

Nur noch Restplätze in der Sonne

08.03.2010 | 15:54 Uhr
Nur noch Restplätze in der Sonne

Witten. Das liegt aber weniger an einer gestiegenen Nachfrage nach Last-Minute-Reisen als an einem Rückgang des Angebots.

„Träumen Sie auch schon vom Frühling?” Die Reiseveranstalter wissen, womit sie nach dem großen Schnee und kurz vor den kleinen Osterferien locken können.

„Winter hatten alle genug”,sagt Hannelore Wedhorn aus dem Reisebüro an der Hauptstraße und lacht. Ein Angebot für sieben Nächte im Vier-Sterne-Hotel von Malaga sucht sie am Montag Mittag heraus – für 589 Euro. Oder eines für 499 Euro in Palma de Mallorca. Die könnten aber schon am Dienstag weg sein, heißt es. Unter dem Sonnenschirm gibt es zu Ostern nur Restplätze. Nicht, weil die Nachfrage nach Last-Minute-Reisen so riesig wäre. Eher das Gegenteil ist der Fall.

Weniger Nachfrage - und weniger Angebot

52 Prozent weniger Reisen „in letzter Minute” gab es 2009 laut Marktforschungsinstitut Web-Tourismus im Vergleich zu 2008. Die Spontanreisen seien häufig Zusatzreisen. Und auf die werde am ehesten verzichtet, wenn das Geld fehle. So die mitgelieferte Interpretation, die auf eine geringere Nachfrage abzielt. Auch Jutta Wedhorn, Inhaberin des Reisebüros an der Hauptstraße, sagt: „Die Krise macht sich bemerkbar.” Das sehe sie an ihren Zahlen, die sie aber nicht nennen möchte.

Warum ist es dann trotz der geringen Nachfrage so schwierig, eine Last-Minute-Reise zu finden? Offenbar, weil sich nicht nur die Nachfrage, sondern auch das Angebot durch die Krise verändert hat. „Die Veranstalter haben die Kapazitäten reduziert”, sagt Jutta Wedhorn. Weniger Flugzeuge bedeuten weniger Plätze für Passagiere und damit auch weniger Reiseangebote.

Kanaren als "Urlaubsziel Nummer eins"

Für Mallorca sind die Aussichten, kurzfristig eine Reise zu bekommen, daher noch relativ gut. „Weil mehrere Flugzeuge täglich diesen Weg nehmen”, erklärt Cornelia Sommersdorf aus dem Reisebüro Storchmann an der Meesmannstraße. Wer ein anderes Ziel hat, braucht zwei Dinge: Glück und Flexibilität. „Man darf nicht auf einen nahen Abflughafen festgelegt sein”, sagt Sommersdorf. Quasi dicht seien die Kanaren als „Oster-Urlaubsziel Nummer eins”.

Zu stören scheint das kaum. Am Montag sitzt gegen 14 Uhr kein Kunde im Reisebüro an der Hauptstraße. Anfragen nach Last-Minute-Reisen? Die habe es den ganzen Tag noch nicht gegeben, sagt Hannelore Wedhorn.

Florian Riesewieck

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