NRW-Familienministerin besucht neue Wittener Kita-Villa

NRW-Familienministerin Christina Kampmann (M.) besuchte die neue Awo-Kita Crengeldanz. Gerhard Rother vom Vorstand der Wohnungsgenossenschaft Witten-Mitte begrüßt den Gast.
NRW-Familienministerin Christina Kampmann (M.) besuchte die neue Awo-Kita Crengeldanz. Gerhard Rother vom Vorstand der Wohnungsgenossenschaft Witten-Mitte begrüßt den Gast.
Foto: Theobald
Was wir bereits wissen
  • Christina Kampmann besichtigte die neue Awo-Kita in der Villa am Crengeldanz
  • Von 62 Kindern haben dort 45 einen Migrationshintergrund
  • Awo mietet Gebäude für 20 Jahre von Wohnungsgenossenschaft Witten-Mitte

Witten..  Amir kann sich kaum von Christina Kampmann trennen. Immer wieder umarmt der Vierjährige die NRW-Familienministerin, die ihn und die anderen Kindern an diesem Dienstagnachmittag in der neuen Awo-Kita an der Crengeldanzstraße besucht. Klar, sie hat den Kleinen ein Bilderbuch mitgebracht, mit ihnen darin geblättert und so ihre Herzen im Sturm erobert.

Dabei hat die 36-Jährige selbst keine Kinder, „aber ich habe ja beruflich öfter mit ihnen zu tun“, sagt Christina Kampmann lächelnd. Das Buch, so hat sie den Kindern vorhin erzählt, handelt übrigens von einer Familie, die geflüchtet ist – in arabischer und deutscher Sprache. Und da hat die Ministerin eine gute Wahl getroffen, denn für 45 der 62 Kinder ist Deutsch nicht ihre Muttersprache – 25 haben Fluchterfahrung. Das mache die Arbeit in der Kita so besonders, bestätigt Leiterin Manuela Dargel, die zuvor in der Kita am Neddenburweg in Heven gearbeitet hat.

„Wir arbeiten viel mit Bildern und Gestik“, erklärt Dargel. So gibt es etwa Fotos von der Toilette oder vom Garten, die zum Einsatz kommen, wenn jemand etwas nicht versteht. Muss ein Kind zur Toilette, braucht es nur auf das entsprechende Bild zu zeigen. Doch die Kleinen hätten auch schnell den richtigen Begriff raus. Schwieriger sei die Kommunikation manchmal mit den Eltern. „Da bemühen wir uns um einen Übersetzer“, sagt die Kita-Leiterin. Bis dahin hängt eben ein Foto vom Garten an der Haustür, damit Eltern wissen, wo sie ihren Nachwuchs abholen können.

Und noch etwas ist ganz besonders an der neuen Kita – und das sieht jeder Besucher auf den ersten Blick. Auch Christina Kampmann staunt nicht schlecht, als sie die Jugendstilvilla betritt: stuckverzierte Wände und Decken, Säulen. Die Kinder und Erzieherinnen der gelben, roten und blauen Gruppe, die sich seit Beginn des aktuellen Kindergartenjahres hier eingerichtet haben, spielen, toben und basteln auf drei Etagen. Bisher haben sie die über die Fluchttreppe erreicht, nun darf die Ministerin den Aufzug einweihen. „Wir wollen schließlich barrierefrei sein“, sagt Jochen Winter, Geschäftsführer der Awo-EN, die die Räumlichkeiten für 20 Jahre von der Wohnungsgenossenschaft Witten-Mitte gemietet hat.

Bauarbeiten im April begonnen

Diese hatte die Villa im Februar gekauft, „denn der angrenzende Wohnungsbestand gehört uns auch schon“, erklärt Frank Nolte vom Vorstand. Dass eine Kita dort einziehen sollte, dieser Entschluss sei dem Bedarf in der Stadt geschuldet gewesen. „Herr Schweppe hat gesagt: Wir brauchen das. Wir haben gesagt: Wir machen das“, so Nolte. Einen offiziellen Vertrag dazu habe es aber nie gegeben. Im April hatten die Bauarbeiten begonnen. Am 22. August konnten die Kinder das Haus beziehen. Jetzt hängen schon Bilder an den Wänden, Fenster sind bemalt – nur im Treppenhaus riecht’s noch nach frischer Farbe.