Nicht alle Kandidaten sind schon im Netz angekommen

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Was wir bereits wissen
Wer sich online über Wittens Bürgermeister in spe schlaumachen möchte, endet bei dem ein oder anderen in der Sackgasse. Ein Überblick

Witten..  Ohne das Internet geht heute nichts mehr. Wer Öffentlichkeit sucht, baut sich eine Homepage. Wer keine Freunde hat, meldet sich bei Facebook an. Wer Mitteilungsbedarf hat, twittert. Wie präsentieren sich Wittens Bürgermeisterkandidaten im Netz? Ein Überblick.

1242 Facebook-Freunde

Gibt man Kandidatin Sonja Leidemann, zurzeit amtierende Bürgermeisterin, mit Vor- und Zunamen bei der Suchmaschine Google ein, erscheint an erster Stelle ein Wikipedia-Eintrag zu ihrer Person. Der ist allerdings ziemlich kurz gehalten. Unter spärlichen Angaben zu Leidemanns Werdegang finden sich Links zu Medienberichten über das Parteiausschlussverfahren. Position vier der Googlesuche verweist auf Leidemanns Facebook-Account – der einen Besuch lohnt. Immerhin haben sich im populären Netzwerk 1242 Freunde mit Leidemann verbandelt. In ihrem letzten Post vom 3. Juli (Stand 9. Juli, 17 Uhr) )verspricht Leidemann Wittener Eltern, sich beim Land für eine Rückerstattung der Kita-Gebühren einzusetzen.

Foto und Erklärung

Leidemanns Gegenkandidat Frank Schweppe, zurzeit Erster Beigeordneter der Stadt und von SPD und CDU nominiert, gehört übrigens nicht zu den Facebook-Freunden Leidemanns. Gibt man seinen Namen bei Facebook ein, bekommt man zwei verschiedene Frank Schweppes zur Auswahl. Doch der eine wohnt in Schortens in Friesland in Niedersachsen, und der andere ist mit einem Profilbild angemeldet, das dem Wittener Schweppe in keinster Weise ähnlich sieht.

Auch bei Wikipedia ist Schweppe bisher nicht vertreten. Wer im Netz Informationen über den Kandidaten Schweppe sucht, muss auf die Homepage der Stadt Witten zurückgreifen. Hier findet sich unter dem Unterpunkt „Dezernat 3“ ein Bild mitsamt persönlicher Erklärung, was Schweppe in seiner Arbeit als Sozialdezernent Wittens wichtig ist, nämlich „.. für die Menschen in der Stadt“ da zu sein.

Partei-Website ohne Link

Wer Ulla Weiß, Bürgermeisterkandidatin der Linken in Witten, mit Vor- und Zunamen bei Google eingibt, erhält an oberster Stelle Shopping-Angebote für Apotheker-Zubehör und Dessous. Aber schon an dritter Stelle stößt der Netzbesucher auf die Website der Linken im EN-Kreis., Fraktion Witten. Ein Klick auf die Seite bringt allerdings erstmal keine Erhellung in der Frage, mit wem sie es bei der Kandidatin Weiß zutun haben. In den Reitern am Seitenanfang findet sich weder ein Hinweis auf ihre Person, noch auf die Bürgermeisterwahl überhaupt.

Eigene Homepage

Bei Stefan Borggraefe von den Piraten sieht das anders aus. Er ist der einzige der vier Bürgermeister-Kandidaten, der sowohl mit einert eigenen Homepage (wenn auch verlinkt mit der Seite seiner Partei), einem Facebook- und einem Twitter-Account punkten kann. Google spuckt bei seinem Namen schon an erster Stelle die Verlinkung zur Website aus. Hier erfährt man nicht nur, welche politischen Schwerpunkte der Kandidat hat. Man kann sich auch direkt mit ihm über seine Kontaktdaten in Verbindung setzen.