Neues Wittener Büchereigebäude wächst zügig

Rund 40 Meter lang und drei Stockwerke hoch wird das neue Büchereigebäude.Foto: Thomas Nitsche - Funke Foto Services
Rund 40 Meter lang und drei Stockwerke hoch wird das neue Büchereigebäude.Foto: Thomas Nitsche - Funke Foto Services
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
84 000 Medien werden am neuen Standort Husemannstraße auszuleihen sein. Die Verbindung von Museum und Stadtbibliothek ist im Ruhrgebiet einzigartig.

Witten..  Wo jetzt Baumaschinen, Zement und jede Menge Steine das Bild bestimmen, werden es bald Bücher, CDs und DVDs sein. Zügig wächst das neue Büchereigebäude an der Husemannstraße. „Wenn’s hier auch so schnell voran ginge“, wird wohl mancher Autofahrer denken, der mal wieder nebenan auf Wittens großer Verkehrsader im Stau steht.

„Wir sind gut im Zeitplan. Im Sommer ist der Rohbau der Bibliothek fertig“, ist sich Architekt Oliver Silge aus Nordkirchen sicher. Gerade wird das zweite Stockwerk gemauert, in den nächsten Wochen kommt die Decke drauf. Dann geht’s an das dritte und damit letzte Stockwerk. „Die Fenster sind bereits bestellt“, so der Architekt.

Ab 27. Juli wird das Museum für das Publikum geschlossen. Dann gehen dort die Sanierungsarbeiten los und die Verbindung zwischen Bibliotheksgebäude und Museum wird hergestellt. Als eine Art „Gelenk“ zwischen beiden dient das bisherige Museumsfoyer. „Eine solche Kombination von Bücherei und Museum ist ganz selten. Im Ruhrgebiet gibt es sie gar nicht, im näheren Umkreis existiert sie beispielsweise in Siegburg“, weiß Wittens Bibliotheksleiterin Christine Wolf.

Sie möchte „mehr Aufenthaltsqualität vom Kaffeetrinken bis zum Lernen“ in dem Gebäude-Ensemble schaffen und neue Besucherkreise erschließen. So wird man vom Belletristikbereich im Erdgeschoss des neuen Gebäudes raus auf die Terrasse gehen können, um draußen ein Buch zu lesen. Künftig wird es auch Konsolenspiele für Jugendliche und Gesellschaftsspiele für die ganze Familie in der Bibliothek geben. Neben den klassischen Büchern sind Hörbücher bereits jetzt der Renner bei den Ausleihen.

Datenbank muss neu geordnet werden

Rund 100 000 Medien befinden sich momentan im so genannten Präsenzbestand – also für Ausleiher frei zugänglich – in der Bücherei an der Ruhrstraße. 84 000 werden es in der neuen Bibliothek sein, der vom Museum die Räume des grafischen Kabinetts und der Gartensaal zugeschlagen werden. Und das ehemalige, stattliche 50 Quadratmeter große Direktorenzimmer des Museums wird Seminarraum.

Auch an der Neupräsentation der Medien wird gefeilt. „Sie soll sich mehr an der Lebenswirklichkeit der Besucher orientieren“, so Bibliotheksleiterin Wolf. Standen beispielsweise Erziehungsratgeber für Eltern bisher im Bereich Pädagogik, so finden sie sich künftig in der Kinderbuchabteilung, „weil die Eltern sich dort stärker aufhalten“. Unter dem Schlagwort Pädagogik findet sich dann vor allem Fachliteratur, etwa für Ausbildung und Studium. Diese Neupräsentation ist in den nächsten Monaten mit viel Arbeit verbunden: Zehntausende Medien müssen umetikettiert, die Datenbank neu geordnet werden.

Im Frühjahr 2016 schließt dann die alte Bücherei, weil es an den Umzug geht. Übereinstimmend meinen Silge und Wolf: „Wenn alles glatt läuft, öffnen neue Bücherei und Museum vor den Sommerferien 2016.“