Neues Wasserwerk in Witten

Blick auf die Baustelle. Links zu sehen sind Aktivkohlebehälter, in denen später das Wasser gefiltert wird.
Blick auf die Baustelle. Links zu sehen sind Aktivkohlebehälter, in denen später das Wasser gefiltert wird.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Wasserwerke Westfalen, eine Gelsenwasser-Tochter, bauen ein weiteres Gebäude an der Herbeder Straße für 20 Millionen Euro. Es dient der Aufbereitung.

Witten..  Auf dem Wasserwerksgelände an der Herbeder Straße wird derzeit ordentlich gebaut. Dort entsteht ein neues Gebäude mit modernen Filteranlagen. Gut 20 Millionen Euro kostet das Großprojekt die Wasserwerke Westfalen, eine Gelsenwasser-Tochter. „Wir wollen die Trinkwasserqualität damit auch für die Zukunft sichern“, sagt Tanja Vock von den Wasserwerken Westfalen. „Wir entdecken inzwischen viele neue Stoffe im Flusswasser.“

Möglich machen dies Analyseverfahren, die deutlich präziser sind als noch vor einigen Jahren. Dies bestätigt auch das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv). „Ja,wir haben große analytische Fortschritte gemacht“, sagt Harald Rahm, beim Lanuv Leiter der Alarmbereitschaft. Die Behörde finde in den Gewässern Nordrhein-Westfalens inzwischen nicht nur vielmehr Stoffe, sondern diese auch in viel geringeren Konzentrationen. „Wir diskutieren momentan ganz viele Arzneistoffe, die wir vor zehn Jahren noch gar nicht messtechnisch erfassen konnten“, sagt Rahm.

Kombination mehrerer Verfahren

Das Wasser, das in Witten geklärt wird, sei also nicht schmutziger als zuvor, so Tanja Vock, aber durch bessere, weitergehende Filter werde es dann sauberer. Das neue Gebäude soll Anlagen zur sogenannten „weitergehenden Wasseraufbereitung“ beheimaten. Durch das Zusammenspiel bestimmter Reinigungsverfahren wollen die Wasserwerke Westfalen das Bestmögliche aus ihrem Trinkwasserwerk herausholen.

Als Kombination habe sich bewährt, naturnahe Verfahren wie Sandbeckenfilter, in denen das Wasser nur sehr langsam ins Grundwasser versickert, durch „Mehrschichtfiltration“ und die sogenannte Ozonung zu ergänzen. „Partikel im Wasser werden dabei über Sauerstoff aufgespaltet“ und so weiter gereinigt, sagt Vock. Zudem wird Aktivkohle als Filter eingesetzt und das Verfahren, das das Wasser entsäuert, soll ebenfalls modernisiert werden. Schließlich wird es mit UV-Licht bestrahlt und so desinfiziert. Dadurch soll sichergestellt werden, dass es auf dem Weg vom Wasserwerk bis zum Verbraucher einwandfrei bleibt.

Nachbarstädte werden versorgt

Bis das neue Gebäude fertiggestellt ist und dessen Anlagen in Betrieb sind, wird es voraussichtlich noch bis Anfang 2017 dauern. Insgesamt hat das Bauprojekt dann etwa zwei Jahre gedauert. In den Genuss des bald optimal gereinigten Trinkwassers kommen die Wittener allerdings nicht. Das Werk soll Castrop-Rauxel versorgen, Herne und Waltrop sowie Teile von Dortmund.