Neuer Studiengang Demenz
23.11.2011 | 16:22 Uhr 2011-11-23T16:22:00+0100
Witten. Man nehme: den Bodenbelag eines Pflegeheimes. Da scheiden sich oft die Geister von Architekten und Pflegern. „Der eine sieht die ästhetische, der andere die pflegerische Seite“, weiß Otto Inhester vom Department Pflegewissenschaft, der sich um die Einführung des neuen Studiengangs „Demenz“ kümmert.
„Interprofessionell sollen hier Berufstätige verschiedener Disziplinen zusammen lernen“, so Inhester. Fehlende Kontraste beim Bodenbelag und Türen seien für Sehbeeinträchtigte und an Demenz Erkrankte beispielsweise ein Orientierungshemmnis.
Berufsbegleitend ist der neue Master-Studiengang. angelegt. Die Idee: In der zukünftigen Gesundheitsversorgung werden immer mehr Berufe und Bereiche des Alltags mit dem Thema „Demenz“ und mit dementiell erkrankten Menschen konfrontiert. Demenz stellt damit eine bedeutende sozialpolitische, ökonomische, humanitäre, zivilgesellschaftliche Herausforderung dar. Der sollen alle, die sich auf ihrem Gebiet mit Demenz beschäftigen, gemeinsam begegnen.
Darum sind auch alle drei Departments der Fakultät für Gesundheit an der Uni, also die Human- und Zahnmedizin sowie die Pflegewissenschaft, an dem Studiengang beteiligt.
Angesprochen werden sollen nicht nur Berufstätige aus medizinischen und pflegerischen Bereichen, sondern ebenso Sozialarbeiter, Pädagogen, Juristen, Stadtplaner aus Stadtverwaltungen, Ingenieure oder Architekten. „Es hilft, wenn Sichtweisen ausgetauscht werden“, so Inhester. Seit 2008 sei die Einführung dieses Studiengangs geplant worden, zu dem pro Semester 30 Studierende zugelassen werden. „Bislang ist die Nachfrage von Interessenten gut“, freut sich Inhester.
Im Zentrum der Qualifizierung steht die Entwicklung von Kompetenzen innerhalb der Versorgungsstrukturen für dementiell erkrankte Menschen und deren Familienangehörigen. Die Initiatoren des Studiengang gehen davon aus, dass die Lebensqualität der Betroffenen durch eine nutzerorientierte Versorgungsstruktur und durch berufsübergreifende Kooperation deutlich verbessert werden kann.
Der Praxisbezug ist wichtig: „Alle Studierenden müssen interdisziplinäre Projekte ausarbeiten - eines im zweiten, eines im vierten Semester. Dabei geht es darum, sich eines Falles aus der eigenen Praxis anzunehmen. Interdisziplinäre Teams sollen dann daran arbeiten“, erklärt Inhester.
Wer den Studiengang nicht ganz absolvieren möchte, hat die Möglichkeit, einzelne Module als Weiterbildungsveranstaltungen zu belegen. Info: www.uni-wh.de/demenz
Der multiprofessionelle Masterstudiengang Demenz (M.A.) ist ein berufsbegleitender Teilzeitstudiengang, der die Studierenden zur Weiterentwicklung ihrer spezifischen Berufs- und Handlungsfelder in der Versorgung von Menschen mit Demenz befähigt. Er richtet sich an jene, die aufbauend auf ihrer akademischen Qualifikation (Diplom, Magister, Bachelor, Master oder Staatsexamina) eine Erweiterung, Neuorientierung und Vertiefung ihrer Kenntnisse im Feld der Versorgung von Menschen und Familien sowie die Vorbereitung von Kommunen auf Problemlagen von Menschen mit Demenz anstreben.
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