Neuer Rettungswagen des DRK Witten kommt aus München

Kreisrotkreuzleiterin Tanja Knopp und Marcel Zierenberg, Fahrdienstleiter des Sanitätsdienstes, in dem neuen RTW: Zur Ausstattung gehören Defibrillator, Beatmungsgerät, Absaugpumpe, mehrere Notfallkoffer, Schienen, Notfallmedikamente und Infusionen.Fotos:Thomas Nitsche
Kreisrotkreuzleiterin Tanja Knopp und Marcel Zierenberg, Fahrdienstleiter des Sanitätsdienstes, in dem neuen RTW: Zur Ausstattung gehören Defibrillator, Beatmungsgerät, Absaugpumpe, mehrere Notfallkoffer, Schienen, Notfallmedikamente und Infusionen.Fotos:Thomas Nitsche
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Das DRK Witten ersetzt seien 17 Jahre alten Rettungswagen durch einen „jüngeren“ gebrauchten. Er wurde aus Spenden finanziert.

Witten..  Der neue Rettungswagen (RTW) des Wittener Roten Kreuzes ist ein „Gebrauchter“ und ein „gelernter Bayer“. 150 000 Kilometer hat das Fahrzeug schon auf dem Tacho. Von 2008 bis zuletzt wurde es im Rettungsdienst in der Landeshauptstadt München eingesetzt.

Beim DRK an der Annenstraße ist man sich sicher, einen guten Fang gemacht zu haben. Neu würde ein solcher Rettungswagen heute gut 250 000 Euro kosten. „Für einen Neuen hat es leider nicht gereicht, aber mit unserem ,jungen Gebrauchten’ werden wir einige Jahre bei guter Pflege viele Einsätze zum Wohle von Bürgern in Not fahren können“, sagt DRK-Vorstand Wilm Ossenberg-Franzes.

In die Anschaffung, den Ausbau und die hochwertige Ausrüstung des neuen Rettungswagens habe man nicht nur etwa 30 000 Euro investiert, sondern auch eine Menge Zeit und ehrenamtliches Herzblut. Gut 20 000 Euro kamen aus Spenden zusammen, um die die Wittener Bürger und die 3000 Mitglieder im Vorjahr – zum 125-jährigen Bestehen des Roten Kreuzes in Witten – gebeten worden waren. Die Rotkreuzler sind zu Recht auch ein wenig stolz darauf, dass sie ihr großes Ziel erreicht haben, das sie sich im Jubiläumsjahr gesetzt hatten.

Der „Neue“ musste her, um das inzwischen 17 Jahre alte Vorgängermodell zu ersetzen, das jetzt bald ausgemustert wird. Der „Alte“ hatte inzwischen mehr als 200 000 Kilometer auf dem „Buckel“.

Eine Neuanschaffung wäre angesichts des jährlichen Werteverlustes auch unangemessen gewesen, erläutert DRK-Ausbildungsleiter Thorsten Knopp. Wie schon der alte RTW, der eine Jahresleistung von 2500 bis 3000 Kilometern hatte, wird der Nachfolger am Standort Annenstraße nur eingesetzt, wenn im Rettungsdienst des EN-Kreises ein außerplanmäßiger Spitzenbedarf auftritt. Bei „größeren Schadenslagen“ also, wie beim Dachgeschossbrand am Voß’schen Garten im Herbst 2014.

Zwei Vollzeit-RTW stehen in der Feuerwache an der Dortmunder Straße in Bereitschaft, den einen besetzt die Berufsfeuerwehr selbst, den anderen der Arbeiter Samariter Bund (ASB). Ein dritter Rettungswagen ist dauerhaft an der Feuerwache in Herbede stationiert. Er gehört dem EN-Kreis, den Rettungsdienst dort übernehmen im Wechsel zehn hauptamtliche Kräfte des DRK Witten.

Erst wenn diese drei Fahrzeuge im Einsatz sind, wird der an der Annenstraße stationierte RTW angefordert. Er steht dort an 365 Jahren im Jahr für den erweiterten Rettungsdienst und den Katastrophenschutz zur Verfügung. Im Einsatzfall kann das DRK ihn innerhalb weniger Minuten mit Ehrenamtlichen besetzen, die eine Fachausbildung haben.

Ein Bayer – oder doch nich?

Der neue RTW kommt aus dem „Bayern-Pool“: In Bayern beschaffen Feuerwehren und Hilfsorganisationen Rettungs- und Krankenwagen gemeinsam in großer Stückzahl, um Mengenrabatte auszuhandeln.

Unter der Motorhaube ist der neue RTW aber kein Bayer, sondern ein Niedersachse – ein VW Crafter mit 140 PS. Der Vorgänger war ein Mercedes.