Neue Weiterbildung direkt im Betrieb
07.12.2011 | 15:00 Uhr 2011-12-07T15:00:00+0100
Witten. Die Krux bei Fortbildungen für Mitarbeiter von Unternehmen, sagen Sebastian Bahrinipour (32) und David Völker (31), ist die: Sie fahren zwei Tage in ein schickes Tagungshotel, dort gibt’s Frontalunterricht, dann geht’s zurück ins Unternehmen - und der Alltag hat sie wieder. Die Möglichkeit, das Gelernte umzusetzen, ist gering. Das Duo tritt an, das zu ändern: mit der Witten Management School.
Die bietet maßgeschneiderte Weiterbildung direkt in den Firmen, so dass die Teilnehmer das Gelernte auch direkt anwenden können. Wirtschaftswissenschaft haben Bahrinipour - er besuchte auch in Witten das Gymnasium - und Völker an der UW/H studiert. Danach gingen beide zunächst 2007 in Unternehmen: Völker war u.a. Assistent der Geschäftsführung bei Strauß Innovation, Bahrinipour hatte diese Position bei einer Familienfirma inne. „Wir haben immer Kontakt gehalten, uns ausgetauscht, gegenseitig beraten“, erinnert sich Bahrinipour.
Schnell merkte Völker, dass er „das, was ich im Studium erlebt habe, wie man an eine Fragestellung herangeht, im Unternehmen nicht wiedergefunden habe“. Sein Partner erlebte das ebenso. Die praxisnahe Ausbildung der hiesigen Uni, die Art des Lernens und Lehrens wollten sie auf die Weiterbildung übertragen. Diese Idee entstand Anfang des Jahres, als beide sich längst selbstständig gemacht hatten.
Mit der Idee der Management School kontaktierte das Duo die Uni - und freut sich jetzt über einen Kooperationsvertrag. „Die Uni wird auch die Qualitätskontrollen machen, wir können Dozenten hier von der Hochschule gewinnen.“ Beide nutzen Räume an der Alfred-Herrhausen-Straße. „Dafür geht ein Teil der Erlöse an die Uni“, so Völker.
Erste Gespräche mit Firmen laufen. Weiterbildungen könnten so aussehen: „Viele Mittelständler möchten in ausländische Märkte expandieren, glauben, sie brauchen Beratung von außen. Dabei haben eigene Mitarbeiter oft das größte Potenzial“, so Bahrinipour. Sinnvoll sei es, die Mitarbeiter vor Ort beispielsweise mit dem asiatischen Markt vertraut zu machen. „Und sie parallel in einem Projekt arbeiten zu lassen. Sie sollen dann ein Konzept erstellen, wie sie den Markteinstieg schaffen“, erklärt Völker. So sehe praktische Weiterbildung aus - das Unternehmen hätte direkten Nutzen aus der Qualifikation der Mitarbeiter. „Holt man einen externen Berater, lässt der ein Konzept da, die Mitarbeiter müssen das umsetzen. Die wahren Experten aber sind die eigenen Mitarbeiter. Man muss sie nur in die Lage versetzen, kreative Ideen entwickeln zu können“, schildert Völker.
Das Weiterbildungsmodell soll ganzheitlich sein. Dafür stehen auch vier verschiedenfarbige Quadrate im Logo der School. Persönliche, Fach-, Führungs- und unternehmerische Kompetenzen sollen gestärkt werden. „Die Uni hier steht ja gerade für den Bereich auch der Persönlichkeitsentwicklung. Das ist sehr wichtig“, sagt Bahrinipour.
Das Angebot der Witten Management School ist dreigeteilt. Es gibt offene Seminare, die für jedermann zugänglich sind. Dann können Abschlüsse erworben werden. „Die Zertifikate werden den Stempel der Universität tragen. Auch das gibt es sonst nicht.“ Drittes Standbein sind die maßgeschneiderten Kundenlösungen, bei denen themenorientiert Weiterbildungspakete organisiert werden.
Der Name der Schule ist auf Englisch, weil sich die Initiatoren international positionieren wollen. Sebastian Bahrinipour kümmert sich um den Vertrieb und das Marketing, David Völker übernimmt die Organisation. Seit Oktober sind beide mit den Produkten der School in der Vermarktung. Das Programm für offene Seminare steht schon und kann eingesehen werden im Internet: www.witten-school.de
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