Neue Medienausstellung setzt auf Pappe

Witten..  Große Sprechblasen aus Pappe begrüßen die Besucher im ersten Stock der Stadtgalerie. In einem leer stehenden Ladenlokal hat eine neue Ausstellung eröffnet: „Sprachwerk – Explosion der Sprache“. Rund 25 Kinder und Jugendliche der Overbergschule und des Cliquentreffs im Haus der Jugend haben daran seit vergangenem September mitgearbeitet. Wie der Titel verrät, haben sie sich mit allen Facetten des gesprochenen Wortes beschäftigt: von Rap bis Rilke.

Bei dem aus Bundesmitteln geförderten Projekt sollten die Schüler an kulturelle Bildung herangeführt werden. Bei dem Bundesprogramm „Kultur macht stark – Bündnisse für Bildung“ geht es aber auch darum, ein Netzwerk zwischen Institutionen zu schaffen: Jugendamt, Overbergschule und Projektfabrik arbeiteten Hand in Hand.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Eindrucksvoll kommt das Konzept der Ausstellung daher, das Sabine Gorski mit den Schülern gestaltet hat: Die Wände sind mit braunem Packpapier abgehangen, großformatige Portraitfotos hängen mittig in zwei Reihen von der Decke und symbolisieren ein „Stille Post“-Spiel. Auf kleinen Monitoren sind Videos der Schüler zu sehen, die Regisseur Benjamin Bischof mit den Kids erarbeitet hat. Eine Jungengruppe hat sich mit dem Thema Rap auseinandergesetzt und eigene Texte vertont. Als Kulissen dienten Orte der Ruhrstadt – aber auch selbstgebaute Papp-Aufsteller, die etwa das Rathaus zeigen.

Neben bildender Kunst und Video war das Theaterspielen ein weiterer Teil des Projektes. Theaterpädagogin Lene Harlan brachte den Schülern zunächst Sprechübungen bei. „Za ze zi zo zu...“ – Kurz vor der Eröffnung der Ausstellung übt Brenschenschülerin Maya noch einmal. „Man muss versuchen, so deutlich wie möglich zu sprechen“, erklärt die Zehnjährige. Die klare Aussprache will gelernt sein. Schließlich sollen die Schüler gleich vor Publikum im Chor das Gedicht „Der Knabe“ von Rainer Maria Rilke performen. Einige Worte aus dem Gedicht stehen bereits in großen aus Pappe ausgeschnittenen Lettern an der Wand: Traum, Gold, Jagd, Ross.

Ausstellung bis Ende Juni

Das Material Pappe hatten die Organisatoren vorgegeben. „Pappe ist leicht wiederverwertbar und bildet auch einen schönen Kontrast zu den Medien“, sagt Petra Linden vom Jugendamt. Vor allem entsteht so aber auch der Eindruck des Comic-haften, der nicht nur bei den jüngeren Besuchern gut ankommt. Zu sehen ist die Ausstellung in der Stadtgalerie noch bis Ende Juni.