Neue, kleine Spielstätte wurde eingeweiht

Sonja Leidemann durchschnitt das Band im Beisein von Martin Grunewald und Hans Weiß (Vorstand Ruhrbühne).
Sonja Leidemann durchschnitt das Band im Beisein von Martin Grunewald und Hans Weiß (Vorstand Ruhrbühne).
Foto: Frank Oppitz
Was wir bereits wissen
Erste Aufführung im Studio-Raum reißt die Zuschauer von den Stühlen. Komödiantische Oper mit Rocky-Horror-Gefühl

Seit vielen Jahren ist die Ruhrbühne Witten fester Bestandteil der Kulturszene und füllt ihren Theatersaal mit Leichtigkeit, sei es mit Komödien, Krimis oder Kinderstücken. Nun sind die engagierten Theatermacher einen Schritt nach vorn gegangen: Mit der Eröffnung einer zweiten Spielstätte im eigenen Haus erweitern sie die Palette ihrer Möglichkeiten. Die Studiobühne mit 40 bis 60 Plätzen bietet den perfekten Rahmen für Kammerspiele, Lesungen, Liederabende und ausgefallene Theaterproduktionen.

Der kleine Raum und die Flexibilität der Bühne schaffen eine besondere Nähe zum Publikum. Dem Vorsitzenden Martin Grunewald merkt man die Begeisterung deutlich an: „Hier können wir einfach mal neue Ideen ausprobieren, aus reiner Freude an der Sache, ohne den Zwang der Kostendeckung.“ Durch die neue Studiobühne haben Vereinsmitglieder die Möglichkeit, sich auszuprobieren, Neues und Experimentelles zu wagen, ihrer Kreativität freien Raum zu lassen.

Ort der Begegnung un Kommunikation

Bürgermeisterin Sonja Leidemann ist zur Eröffnung erschienen, um feierlich das rote Band zu zerschneiden. Sie findet sehr persönliche Worte und lobt das Engagement der Kreativen: „Die Ruhrbühne ist ein Ort der Begegnung und der Kommunikation.“ Und dann können die erwartungsvollen Zuschauer hautnah erleben, was mit „Experiment“ gemeint ist: Zur Eröffnung bringt das Ensemble die Barockoper „La Serva Padrona“ aus dem Jahr 1746 von Giovanni Battista Pergolesi auf die Bühne.

Das Stück, Vorbild der „Opera buffa“, die damals die tragische französische Oper ablöste, wird an großen Häusern so gut wie nie gespielt, weil es – ursprünglich als Pausenfüller gedacht – sehr kurz ist und nur zwei Gesangsrollen bietet. Perfekt für die neue Studiobühne: Einfach mitreißend, was Regisseur und Hauptdarsteller Falko Köhler und sein Ensemble aus dem Stück gemacht haben! Köhler selbst fasst es treffend in Worte: „Mehr ‚Rock‘ als ‚Ba‘!“ Statt Streichquartett und Cembalo erwartet die Zuschauer eine Mischung aus Rock, Dubstep, Swing und Pop, für die Musiker Covello (Markus Rüther) sorgt. Falko Köhler und Joy Rüther in den Gesangsrollen beweisen nicht nur erstaunliche stimmliche Qualitäten, sondern auch großes komödiantisches Talent. Und Frans Buijs und Clarissa Born als Diener und Hausmädchen erinnern an das schräge Hauspersonal der Rocky Horror Show.