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Neue Chancen für Langzeitarbeitslose

09.02.2016 | 06:45 Uhr
Neue Chancen für Langzeitarbeitslose
Erwerbslose aus dem Kreis sind bereits durch das neue Bundesprogramm im Metallgewerbe untergekommen.Foto: Robert Schlesinger / dpa

Witten.   Jobcenter im Ennepe-Ruhr-Kreis nimmt an bundesweitem Förderprogramm teil. Gesucht wird jetzt die Unterstützung lokaler Unternehmen, gerne aus Witten.

Menschen, die länger als zwei Jahre arbeitslos und älter als 35 Jahre sind, will das Jobcenter im Ennepe-Ruhr-Kreis jetzt besonders unterstützen. Dafür nimmt es an einem deutschlandweiten Programm teil, das das Bundesarbeitsministerium und der Europäische Sozialfonds (ESF) ins Leben gerufen haben. Es steht unter dem Motto: „Zusammen.Zukunft. Gestalten.“

Ein vierköpfiges Projektteam kümmert sich jetzt intensiv um Langzeitarbeitslose im Kreis. Die Teammitglieder wollen diese Menschen umfassend betreuen und sie möglichst an hiesige Arbeitgeber vermitteln.

Intensive Betreuung

Zunächst führt die Behörde intensive Gespräche mit den Betroffenen, um ihre Fähigkeiten und Stärken zu ermitteln. Anschließend suchen Sachbearbeiter auf die Situation der jeweiligen Bewerber abgestimmt nach einer geeigneten Arbeitsstelle. Parallel hat das Jobcenter in den letzten Monaten Strukturen geschaffen, um lokale Unternehmen als Projektpartner zu gewinnen. „Der Auftakt ist vielversprechend“, sagt Kreissprecher Ingo Niemann. Zwar sei das Projekt gerade erst angelaufen, doch neun Langzeitarbeitslose seien dadurch bereits an einen Betrieb vermittelt worden, drei davon in Witten, zwei im sozialen Bereich und einer bei einer Produktionsfirma.

Information
Ansprechpartner für Unternehmen

Das Jobcenter bittet Betriebe, die sich für das Programm „Zusammen. Zukunft. Gestalten“ interessieren, Kontakt aufzunehmen. Ansprechpartner: Gabriele Gaul (02336/ 4448158) und David Hüsken (02336/ 4448159).

Das Vorhaben wird durch Bund und Europäischen Sozialfonds gefördert. Der ESF soll Chancen verbessern, zudem ausbilden und qualifizieren und Benachteiligungen auf dem Arbeitsmarkt abschaffen. Infos: www.esf.de

„Die Arbeitgeber zeigen sich dem Programm gegenüber aufgeschlossen und setzen das Potenzial der Teilnehmer gerne in ihren Betrieben ein“, resümiert David Hüsken vom Jobcenter. Er ist einer von zwei Teammitgliedern, die Unternehmen als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Doch nicht nur dieser kurze Draht ist ein Vorteil für Arbeitgeber, die Jobs vergeben wollen. Das Bundesprogramm bietet Betrieben Lohnkostenzuschüsse, Qualifizierungen für ihre neuen Mitarbeiter sowie, falls nötig, Hilfen für Behinderte. Diese Angebote kommen laut Programmleiter Bülent Altunay Arbeitnehmern wie Arbeitgebern gleichermaßen zugute. Außerdem gehört persönliches Training, um sich am Arbeitsplatz optimal einzugliedern, zum Gesamtpaket.

120 Vermittlungen bis 2017 geplant

Die Fördermittel von Bund und Europäischem Sozialfonds laufen noch bis Sommer 2020. Als Etappenziel ist jedoch zunächst geplant, bis Mitte 2017 im Kreis „120 nachhaltige Vermittlungen“ zu erreichen. Dafür braucht es jedoch weitere Firmen: „Wir wenden uns an Betriebe, die bereit sind, Langzeitarbeitslosen eine echte Chance zu geben“; sagt Altunay. „Im Gegenzug dafür erhalten sie hochmotivierte Mitarbeiter.“

Das Jobcenter im Ennepe-Ruhr-Kreis ist jedoch ebenfalls projektunabhängig darum bemüht, Langzeitarbeitslose wieder in Lohn und Brot zu bringen. So freute sich kürzlich erst Jobcenter-Leiter Heiner Dürwald über einen Rückgang bei dieser Zielgruppe: „Im Jahresdurchschnitt haben wir 8255 Erwerbslose betreut. Das entspricht einem Minus von 5,6 Prozent.“ Ein Grund für den Erfolg: Rund 4000 Menschen konnte die Behörde in sozialversicherungspflichtige Jobs vermitteln.

Oliver Kühn

Kommentare
09.02.2016
19:18
#3 Es könnte durchaus sein,
von p.s.a | #4

das es mehr Gründe für Arbeitslosigkeit gibt als die Nationalität. Übrigens unter Deutsche fasst die Statistik auch Menschen, die bei AFD & NPD noch...
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