Neue Chance für Tauchcenter an der Ruhr

Im Computer schon Realität: Die Animation zeigt vorne das Wassersportbecken mit 36 m Durchmesser, hinten den Tauchturm mit 21 m Wassertiefe. Bislang ist eine Finanzierung des Millionen-Projektes immer wieder gescheitert. Grafik: Tauchcenter Witten
Im Computer schon Realität: Die Animation zeigt vorne das Wassersportbecken mit 36 m Durchmesser, hinten den Tauchturm mit 21 m Wassertiefe. Bislang ist eine Finanzierung des Millionen-Projektes immer wieder gescheitert. Grafik: Tauchcenter Witten
Was wir bereits wissen
  • Zwei potenzielle Geldgeber für Tauchcenter haben Interesse
  • Konkrete Gespräche für die nächsten Wochen geplant
  • Zuletzt war die Finanzierung geplatzt und das Projekt scheinbar tot

Witten..  Ist es die Wende in letzter Minute? Am Bau eines der weltgrößten Tauchcenter an der Ruhr sind nach Informationen unserer Zeitung finanzstarke Investoren interessiert.

Damit kommt neues Leben in das Vorhaben, das zuletzt so gut wie tot schien. Weil ein regionales Kreditinstitut die Eigenkapitalforderung von 40 auf 50 Prozent erhöht hatte, war die eigentlich durchgeplante Finanzierung dahin. Es fehlten plötzlich 900 000 Euro, um das 8,5-Millionen-Euro-Projekt („kleine Variante“ mit weniger Holzhütten und einem kleinen Hotel) zu stemmen.

Bis Oktober hatte der Ruhrverband den Projektplanern Zeit eingeräumt, um aufzuzeigen, ob das Tauchcenter doch noch realisiert werden kann. Dem Ruhrverband gehört das ehemalige Klärwerks-Gelände an der Herbeder Straße, auf dem die Freizeiteinrichtung entstehen soll. Nach Verstreichen der „Galgenfrist“ hätte der Verband voraussichtlich die noch bestehenden Gebäude abgerissen und das Areal anders verplant.

„Banken haben uns Zeit gestohlen“

Bei den jetzt interessierten Investoren soll es sich um einen Fonds und eine Treuhandgesellschaft handeln. Es soll bislang erst erste „Sondierungsgespräche“ gegeben haben. Die Investoren gelten nach ersten Einschätzungen als „seriös“, heißt es. Der Fonds soll bereits ein Millionen-Projekt im Autobereich finanziert haben. Konkretere Gespräche sollen bald folgen. Dann soll auch geklärt werden, ob das Interesse der Investoren so groß ist, dass es zum „Deal“ kommen kann.

Ob die potenziellen Geldgeber das Projekt ohne weitere Hilfen von Banken schultern könnten oder wollten, dazu gibt es unterschiedliche Angaben. Auch dies dürfte bei den Gesprächen geklärt werden. Mit Banken jedenfalls haben die Planer bislang keine guten Erfahrungen gemacht: „Sie haben uns dreieinhalb Jahre Zeit gestohlen.“ Gemeint ist, dass sie kein klares Bekenntnis zum Vorhaben abgaben und mehrmals die Eigenkapitalforderungen erhöht wurden.

Sparkasse Witten will nicht in Projekt investieren

Die potenziellen Geldgeber sollen an der „großen Variante“ (zwölf Millionen Euro) interessiert sein: Dabei sind neben dem Tauchcenter ein größeres Hotel und mehr Holzhütten zum Übernachten an der Ruhr vorgesehen. Entsprechende Nachfrage gebe es, sind die Planer überzeugt: „Rund um den Ruhrtalradweg werden dringend Betten benötigt.“

Wie unsere Zeitung erfuhr, hat ein Wittener Lokalpolitiker, der nicht namentlich genannt werden will, den Kontakt zu den Investoren hergestellt. Dass sich die Wittener Sparkasse nicht beteiligen will, sei für ihn „nicht nachvollziehbar“. Das Projekt sei „gut durchgeplant“, angeblich verspreche es eine Rendite „von fünf bis sieben Prozent“. Die Sparkasse hält sich zu dem Thema bedeckt.

Die Initiatoren sind trotz aller Rückschläge weiter selbstbewusst: Das Center sei ein Projekt „für Leute, die ihr Geld vernünftig anlegen wollen“. Bei Banken gebe es keine Zinsen mehr. Ob am Ende auch die Investoren überzeugt sind, soll sich in den nächsten Wochen zeigen.