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Neue Brandmeisterin brennt für die Feuerwehr

15.03.2016 | 19:44 Uhr
Neue Brandmeisterin brennt für die Feuerwehr
„Ich kann Mädchen und Frauen nur raten, sich für die Feuerwehr stark zu machen – im wahrsten Sinne des Wortes.“Brandmeisterin Daniela Skiba aus Witten ist die neue Frau im Team der örtlichen Feuerwehr.Foto: Thomas Nitsche

Witten.   Daniela Skiba ist eine von zwei Berufsfeuerwehrfrauen in Witten, die Flammen löschen. Als Männerdomäne empfindet die 32-Jährige ihren Job aber nicht.

Ganz alleine unter Männern ist Daniela Skiba nicht, doch sie behauptet sich erfolgreich in einer Männerdomäne. Sie ist Berufsfeuerwehrfrau. Die 32-jährige Brandmeisterin hat dort keinen Bürojob, sondern hält mit dem Schlauch drauf, wenn’s brennt. Seit März verstärkt sie die Wittener Wache.

Dass sie als Frau Brände löscht, empfindet sie gar nicht als ungewöhnlich oder problematisch. „Wenn man bei der Arbeit überzeugt, respektieren die Kollegen das.“ Ohnehin möchte sie keine Sonderbehandlung haben, ebenso wenig ihre Kollegin Ramona Wolf. „Ich bin sehr ehrgeizig“, sagt Skiba. „Wenn ich jemanden aus einem brennenden Haus holen muss, will ich das auch schaffen.“ Daher ist ihr Fitness sehr wichtig, auch als Selbstschutz vor Verletzungen. Wenn der Alarm losgeht, bleibt nämlich keine Zeit, die Muskeln erst warm zu machen. Dann kann jede Sekunde überlebenswichtig sein. Einen Riesenbizeps und ein türbreites Kreuz möchte sie trotzdem nicht haben, und das braucht sie bei der Feuerwehr auch nicht.

Frauen sind ein Vorteil im Einsatz

„Eine Frau soll bei uns gar nicht kaschieren, dass sie eine Frau ist“, sagt Mario Rosenkranz, der Vize-Chef der Feuerwehr. Dass Daniela Skiba jetzt in Witten arbeitet, empfindet Mario Rosenkranz als Bereicherung: „Wenn sie im Einsatz den Helm abnimmt und man ihren blonden Zopf sieht, ist das ein Vorteil.“ So ließe sich etwa manche Verletzte lieber von anderen Frauen untersuchen. Außerdem ist die gebürtige Wittenerin mit knapp 1,60 Metern zwar recht klein, doch das weiß sie richtig einzusetzen. So kann sie viel besser durch Tunnel und Schächte kriechen, als ein deutlich größerer Kollege.

Entgegen dem Feuerwehrklischee, verbreitet durch Hollywood-Filme, „schaffen auch die Männer vieles nicht alleine“, so Rosenkranz. Größere Muskelkraft hin oder her. „Alle müssen natürlich die Zähne zusammenbeißen“, sagt Skiba, „aber Teamwork ist besonders wichtig“. Bei den üblichen Schichten, die über 24 Stunden gehen, lerne man sich auf der Wache sehr gut kennen, ob im Fitnessraum oder der Küche. Das helfe, etwaige Vorurteile schnell abzubauen. „Wir leben zusammen, nur so klappt die Teamarbeit.“ Dazu gehöre aber auch, dass man offen mit einander umgeht und redet. „Wir machen alle untereinander Späßchen, teilen aus und stecken ein.“ Diesen Umgang kennt und schätzt die Wittenerin seit ihrer Zeit bei der Bochumer Jugendfeuerwehr. In Witten seien die Kollegen aber besonders herzlich.

Ungewissheit statt Routine

Brandmeisterin wollte Skiba bereits mit 15 Jahren werden, nachdem ein Löschzug mit Alarm an ihr vorbeifuhr. Doch nach der Schule kann man nicht direkt zur Wehr gehen, daher lernte die junge Frau zunächst Rettungsassistentin und sammelte dort Erfahrung. Seit 2011 ist sie Brandmeisterin, arbeitete in Essen und bei einer Werkfeuerwehr in Dormagen. „Ich mag, dass ich zur Arbeit gehe und nicht weiß, was passieren wird“, schwärmt sie. „Ich kann Mädchen und Frauen nur raten, sich für die Feuerwehr stark zu machen – im wahrsten Sinne des Wortes.“ Ohnehin ist die Feuerwehr für Daniela Skiba mehr als ein Job, sie ist zudem ihr Hobby: Seit Jahren engagiert sie sich bei der Freiwilligen Feuerwehr in Witten.

Oliver Kühn

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2016-03-15 19:44
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