Neubürger in Witten herzlich empfangen

Stefanie Binder (19) will nach dem Abitur ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) an einer Wittener Schule machen.
Stefanie Binder (19) will nach dem Abitur ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) an einer Wittener Schule machen.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Bürgermeisterin Sonja Leidemann hat am im Saalbau Menschen begrüßt, die erst kürzlich hierhergezogen sind. Die Redaktion hat einige dort getroffen.

Witten.. 

1 Die Schülerin Stefanie Binder wohnt seit Januar in Witten. Mit ihrem Vater ist sie aus Bochum-Langendreer hergezogen, hat aber den Dachboden ganz für sich. Derzeit pendelt die 19-Jährige jeden Tag nach Bochum. Weil bald die Abiturprüfungen anstehen, kommt für sie nicht in Frage, die Schule zu wechseln. Danach will sie in Witten durchstarten. „Ich möchte hier gerne mein FSJ machen und mich dafür an der Rudolf-Steiner-Schule bewerben.“ Außerdem blättert sie bereits in hiesigen Tourismusbroschüren, da sie die Stadt bald besser kennenlernen will. Darauf freut sie sich schon.

Rita Ingermann (68)

Eine wirkliche Neubürgerin ist Rita Ingermann (68, Mitte) nicht. Schließlich ist sie in Witten geboren, ging hier zur Volksschule und absolvierte bei der Glasfabrik Detag ihre Ausbildung. Dann fand sie als Sekretärin eine Anstellung beim Edelstahlwerk und folgte später ihrem Chef nach Essen. Jetzt ist sie wieder zurück: „Ich bin stolz, dass wieder Witten auf meinem Ausweis steht“, sagt die Lokalpatriotin. Sie weiß viele Anekdoten über die Heimkehr in ihre Geburtsstadt zu erzählen. „Mein erstes Auto hatte ich mit 21 Jahren, und jetzt habe ich mein altes Nummernschild zurück.“ Zum Empfang begleiten sie ihre Schulfreundinnen Helga Macke (links) und Ursula Hüsken.

Helmut Gelsinger (49) Aus Linz Eine wirkliche Neubürgerin Eine wirkliche Neubürgerin Eine wirkliche Neubürgerin Eine wirkliche Neubürgerin

Aus Linz ist Helmut Gelsinger hergezogen. „Man kommt selten von Österreich so weit nördlich“, sagt der neue kaufmännische Geschäftsführer der ZF Industrieantriebe, vormals Bosch Rexroth. Seine Familie ist in der Alpenrepublik geblieben. Deshalb wird er oft zurückfliegen. Trotzdem fühlt sich der 49-Jährige hier schon wohl. „Die Stadt ist nett und die Leute sind lieb.“ Einen Kritikpunkt hat er als Skifahrer und Wanderer: „Es gibt keine Berge.“ Immerhin, das Ruhrgebiet hat ihn schon positiv überrascht. „Es ist hier schön grün, das hätte ich nicht gedacht.“ Gerne würde er die Gegend ausgiebig erkunden. „Aber dafür ist es noch zu finster.“ Der Geschäftsmann wartet lieber auf den Sommer.

Sabine Gruß (49)

Eine „traumhaft schöne Wohnung“ hat Sabine Gruß bereits. Mit ihren Umzugskartons musste sie aber keinen langen Weg zurücklegen. Denn sie wohnte vorher in Wetter. Hierher hat sie der Beruf verschlagen. Die 49-Jährige arbeitet in der Personalabteilung der Universität Witten/Herdecke. Und freut sich, schon ein bisschen mehr Lebensqualität zurückgewonnen zu haben: „Ich möchte gerne mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren.“ Knapp zehn Minuten braucht sie dafür nun. Das ist kein Vergleich zu anstrengenden Versuchen von der alten Heimat aus: „Da musste ich diese fiesen Berge überwinden.“ Für sie ist klar: „Wetter vermisse ich, ehrlich gesagt, schon gar nicht mehr.“

Familie Schilling

Im Fall von Daniel Schilling (26, links) hat die Stadt seine ganze Familie zusammengeführt. Er hat hier ein Haus gekauft und ist mit seiner Partnerin Barbara Köster (23, zweite von links) von Essen ins neue Eigenheim gezogen. Seine Eltern Heike (51) und Udo Schilling (52) haben ihre Etagenwohnung in Dortmund verlassen und leben jetzt ebenfalls im Haus. Dort bewohnen sie das Erdgeschoss. „Ich habe vorausschauend geplant“, sagt Daniel Schilling und schmunzelt. „Meine Eltern sollen sich nicht nur um unseren Garten kümmern, sondern später auch um unsere Kinder.“ Die gibt’s zwar noch nicht, aber man kann ja schon mal vorausplanen.