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Frauenempfang

Netzwerkerinnen in der Wittener Werkstadt unter sich

04.03.2016 | 16:20 Uhr
Netzwerkerinnen in der Wittener Werkstadt unter sich
Interessierte Zuhörerinnen: Der Frauenempfang in der Werkstadt war gut besucht. Das traditionelle Treffen findet jedes Jahr an einem anderen Ort statt.Foto: Barbara Zabka

Witten.   Beim Jahresempfang für Frauen wurde über Mindestlohn und Teilzeitarbeit gesprochen. Genauso wichtig waren Erfahrungsaustausch und Kontaktpflege.

„Leben in vollen Zügen“ – unter diesem Motto stand der Frauenempfang in der Werkstadt. Rund 70 engagierte „Weibsbilder“ aus der Ruhrstadt waren der Einladung der Gleichstellungsstelle zu diesem traditionellen gesellschaftlichen Ereignis gefolgt, das immer vor dem Internationalen Frauentag am 8. März und stets an wechselnden Orten stattfindet. Ziele sind Erfahrungsaustausch, Kennenlernen, Zuhören und Pläne schmieden.

Bürgermeisterin: Gemeinsam Zeichen setzen

Bürgermeisterin Sonja Leidemann freute sich, dass so viele Frauen den Weg in die Werkstadt gefunden hatten. Eindringlich appellierte sie an ihre aufmerksamen Zuhörerinnen: „Von Frau zu Frau – wir müssen heute die Zeichen für morgen setzen. Und dabei die brisanten Themen der Zeit nicht vergessen. Nur gemeinsam können wir die Gleichstellung von Mann und Frau wirklich voranbringen.“

Themen wie Erwerbstätigkeit, Teilzeitarbeit, Mindestlöhne, Zeitverträge, Ehrenamt und häusliche Pflege wurden an den Stehtischen diskutiert. Aber viele Gespräche waren auch von weniger Brisanz. Denn der Frauenempfang ist einmal mehr ein Forum für gute Gespräche, ein Markt der Möglichkeiten und ein wunderbarer Platz, alte Bekannte neu kennenzulernen.

Junge Frauen unterstützen

Für Ute Lange (78) ist der Empfang ein unbedingtes Muss. Sie genießt die netten Gespräche mit emsigen Mitstreiterinnen. Sie hat sich viele Jahre für aktuelle Frauenfragen eingesetzt. „Solange es geht, will ich dabei sein und die jungen Frauen unterstützen“, betont sie.

Den fachlichen und auch persönlichen Austausch schätzt Susanne Gassmann. Sie findet als Sozialarbeiterin beim Frauenempfang immer wieder Schnittstellen zum Aufbau neuer Netzwerke. „Wir Frauen sind gut vernetzt“, fügt sie augenzwinkernd hinzu.

Stammgast ist Erika Fritz (82). Sie ist engagiert, seit es Frauenthemen gibt. Und diese werden am Abend auch reichlich diskutiert. „Wir reden heute nicht über Flüchtlinge, sondern über Gleichstellung, gleichen Lohn für gleiche Arbeit und die weibliche Altersarmut. Das sind wichtige Themen“, betont sie.

„Helfen kann man überall“

Karin Schuck hat das Herz und die Augen offen für menschliche Probleme: „Helfen kann man überall. Wenn man nur genau genug hinschaut.“ Sie ist Grüne Dame im Ev. Krankenhaus. Die Schwestern Meral Özakdag (37) und Nurcan Utku (35) sind gekommen, um neue Kontakte zu knüpfen und alte zu beleben. „Im letzten Jahr haben wir den Empfang verpasst. Da haben wir uns sehr geärgert“, sagen sie wie aus einem Munde.

Vom Feminismus zur „Menschin“

Lange Reden über Gleichberechtigung, Feminismus und den ermüdenden Kampf der Geschlechter blieben an diesem Abend aus. Stattdessen ergriff die junge Wortkünstlerin Svenja Gräfen (25) das Wort. Sie hatte einen kurzen, knackigen Text vorbereitet, kam vom Feminismus auf das Thema „Menschin“. Mit ihrem lockeren Mundwerk überschlug sie sich beinahe beim Reden. Wortwitzig und klug brachte sie manche Alltäglichkeit auf den Punkt. Jede Frau fand etwas zum Schmunzeln, aber auf alle Fälle viel zum Nachdenken.

Barbara Zabka

Kommentare
05.03.2016
08:52
#1 Männer sind halt zu dumm sich solch ein Netzwerk zu organisieren.
von p.s.a | #2

Die vertrauen immer noch darauf, das die unausgesprochene tradierte Kumpanei weiter funktioniert. Problem dabei, Frauen sind mittlerweile...
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2016-03-04 16:20
Witten