Naturschutzgruppe Witten legt neuen Garten an

Im Garten der Nawit: Susanne Sinzig von der Geländegruppe ist damit beschäftigt, einen Weidenzaun zu bauen.
Im Garten der Nawit: Susanne Sinzig von der Geländegruppe ist damit beschäftigt, einen Weidenzaun zu bauen.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Naturschutzgruppe Witten gestaltet gerade eine Fläche zwischen Zeche Theresia undZeche Nachtigall. Um naturnahes Gärtnern geht es dabei.

Witten..  Zwischen den Zechen Theresia und Nachtigall tut sich was. Auf dem langgestreckten Gelände direkt neben den Gleisen, wo ganz früher Eisenbahner ihre Gärten bewirtschafteten, treffen sich regelmäßig einige Mitglieder der Naturschutzgruppe Witten (Nawit). Sie wollen die einst verwahrloste Fläche in einen Naturgarten verwandeln. Auch an diesem Vormittag sind wieder einige Ehrenamtliche im Einsatz.

Edgar Melenk schaut gerade nach seinen Honigbienen, die ganz hinten ihren Platz in ein paar Kästen haben. Klaus Korge hat einen Überlauf vom Dach zum Riesenkanister konstruiert, damit die Truppe wenigstens fließend Wasser hat. Ralf Büch ist mit der Schubkarre unterwegs. Susanne Sinzig verflicht Weidenschnitt zu einem Zaun. Der zwölfjährige Noah hilft dabei. Udo Drauschke und Werner Kletzing – die beiden Senioren des Gelände-Teams – haben dafür Pfähle in die Erde geschlagen.

Zur Erhaltung der Umwelt

„Uns eint die Liebe zur Natur, zur frischen Luft und zur Erhaltung der noch intakten Umwelt“, erklärt der 71-jährige Drauschke das Engagement der Nawit-Mitglieder. „Hoffentlich nützt es was“, schiebt er leise hinterher. Er macht seit sieben Jahren mit, Kletzing (79) ist seit der Pensionierung vor 14 Jahren dabei. Und es ist nicht so, dass er zu Hause nichts zu tun hat. Dort wartet auch Gartenarbeit auf ihn. „Aber das ist Pflicht und hier, das ist die Kür“, lächelt er.

Seit 2013 beackern die Naturschützer die rund 1260 m² große Fläche, die sie für zunächst fünf Jahre vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe gepachtet haben. „Wir mussten erst mal ganz viel Müll entsorgen, um das Gelände überhaupt urbar machen zu können“, sagt Nawit-Vorsitzende Birgit Ehses. Mehrere Container seien da zusammen gekommen. Und der hintere Bereich Richtung Zeche Nachtigall „war komplett zugewachsen mit Brennnesseln und Brombeerhecken“. Inzwischen kann sich der Garten durchaus sehen lassen. „Im Sommer kreucht und fleucht, summt und brummt es hier“, freut sich Birgit Ehses. Sogar ein Sommerfest hat die Naturschutzgruppe schon hier gefeiert.

Allerdings soll der Garten nicht nur dem eigenen Vergnügen dienen, sondern auch interessierten Bürgern offen stehen – ab nächstem Frühjahr, hofft Ehses. Wie naturnahes Gärtnern funktioniert, das wolle man ihnen an ganz vielen Beispielen zeigen. Ein Zaunstück aus Lärchenholz steht schon, davor werden Wildblumen blühen. Regelmäßig beschneidet die Nawit Kopfweiden. „Den Schnitt kann man wunderbar als Zaun verwenden oder zu einem Pavillon verbauen.“ Es gibt eine kleine Schuttecke für Pflanzen, die gern an Steinen wachsen, und einen Komposthaufen. Nistkästen hängen in den Bäumen. Im Flachwasserteich, an dessen Ufer seltene Pflanzen der alten Ruhrauen wachsen, tummelten sich schon Molche und eine Ringelnatter. Das Grundstück zwischen Fluss und Wald – es hat das Zeug zum kleinen Paradies.