Narzissen-Sträuße vor Wittener Seniorenzentrum zerstört

Abgerissen und achtlos weggeworfen: Narzissen-Sträuße, die einen Eingang des Wittener Seniorenzentrums Egge schmückten.
Abgerissen und achtlos weggeworfen: Narzissen-Sträuße, die einen Eingang des Wittener Seniorenzentrums Egge schmückten.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Der 87-jährige Richard Sieger kann es nicht fassen: Vandalen haben die Narzissen abgerissen, die er vor seinem Seniorenzentrum Egge gepflanzt hat.

Witten..  Die Narzissen hat er selbst gepflanzt, obwohl er im Rollstuhl sitzt. Weil Richard Sieger die Natur liebt, sich und anderen eine Freude machen möchte. Dass Vandalen seine Blumen abschnitten und in kleinen Stückchen auf den Gehweg des Seniorenzentrums Egge warfen, wo der 87-Jährige lebt, kann Sieger nicht fassen. „Wer macht so etwas? Die Blumen haben doch niemanden etwas getan.“

Am Montagmorgen war aufgefallen, dass die Pflanzen, die regelrecht geköpft wurden, Vandalen zum Opfer gefallen sind. Sieger, 87 Jahre alt, wohnt im Seniorenzentrum Egge im Wohnbereich vier und hat dessen Eingang auf eigene Kosten mit Blumen verschönert. „Ich fand das vorher ein wenig trostlos.“ Die Narzissen hat der ehemalige Schornsteinfegermeister in Sträußen zu je fünf Stück gepflanzt. „Das sah wunderschön aus, sie waren in voller Blüte“, erzählt er.

Der 87-Jährige war, bevor er vor drei Jahren in die Senioreneinrichtung zog, in Bommern zuhause. „Ich hatte dort ein Einfamilienhaus mit einem 1000 Quadratmeter großen Garten.“ Und der lag ihm immer am Herzen. Vor den Eingang zum Seniorenzentrum ließ Sieger Rhododendron- und Azaleen-Sträucher, sowie Hortensien pflanzen, „die hat die Baumschule Bommerholz angeliefert“. Die Idee des Hobbygärtners: „Das wächst in 10 bis fünfzehn Jahren schön zusammen und man hat dann über Wochen und Monate ein herrliches Blütenmeer vor der Tür.“ Dann ließ er noch – auch auf eigene Rechnung – sechs Kübel mit Blumen bestücken. „Im Moment sind da Stiefmütterchen drin.“

„Da steckt viel Mühe drin“

Richard Sieger war auch während seines Berufslebens als Bezirksschornsteinfeger in Bommern privat gerne in Sachen Natur aktiv. Den heute städtischen Lehrbienenstand auf dem Hohenstein hat er angeregt. „Ich habe ihn auch 20 Jahre lang geleitet.“ Wenn der Mann an seine kaputten Narzissen denkt, wird er traurig: „So etwas habe ich noch nicht erlebt. Da steckt viel Mühe drin, die Bewohner freuen sich über die Blumen und jemand zerstört das dann. Wirklich gemein.“