Nachfolger für Postagentur dringend gesucht

Für die Postagentur im Hammertal 72 wird ein Nachfolger gesucht.
Für die Postagentur im Hammertal 72 wird ein Nachfolger gesucht.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Lotto-Laden im Hammertal schließt im nächsten Monat. Vermieter, Anwohner und Gewerbetreibende sorgen sich um die Nahversorgung im Dorf.

Witten..  Seit April 1883 gibt es im Hammertal eine Poststelle. Sie war nicht immer im selben Haus, aber doch immer schnell zu erreichen, wenn die Buchholzer mal eine Briefmarke brauchten oder ein Päckchen verschicken wollten. Seit April 1883 – doch im März 2015 wird damit Schluss sein. Die Postagentur schließt, der Inhaber geht in den Ruhestand – und ein Nachfolger ist nicht in Sicht.

Karin und Michael Schramm sind es, die deswegen nun Alarm schlagen. Dem Ehepaar gehört das Haus im Hammertal 72, in dem die Postagentur derzeit noch ihren Sitz hat. Klar, dass sie ein Interesse haben, die Räumen weiterhin zu vermieten. Doch das ist es gar nicht, was sie umtreibt: Sie wollen, dass den Buchholzern die Post erhalten bleibt. „Das Ladenlokal kriegen wir immer los“, versichert Karin Schramm. Erst gestern habe sich jemand erkundigt, ob man den Laden nicht vielleicht mit der bald leer stehenden Boutique nebenan zusammenlegen könnte, um ein Fitness-Studio für Frauen darin aufzumachen. „Möglich wäre es – aber lieber wäre es uns, wenn es so bleibt, wie es jetzt ist.“

Rewe und Post sind ein Magnet

Und jetzt ist es so: Die Postagentur ist im Lotto- und Tabak-Laden von Gerhard Laszkowski untergebracht. Schreibwaren gibt es hier, Zeitschriften, ein kleines Reisebüro. Mit der Post soll es dann aber schon am nächsten Wochenende vorbei sein, der Schreibwarenladen läuft noch ein paar Wochen länger, aber spätestens Ende März ist auch damit Schluss. Bedauerlich finden das nicht nur die Kunden, auch die Geschäftskollegen: „Die Post und der Rewe hier, die sind schon ein Magnet“, erklärt Vera Gebauer, die nebenan einen Laden mit Bio-Gemüse betreibt. Viel frequentiert sei die Agentur, das sehe sie ja täglich. „Das ist schon ein wichtiges Geschäft hier für das Dorf.“ Und nicht nur für Buchholz: Auch die Durchholzer kämen, Spockhöveler und die Kämpener. Schließlich gebe es dort ja auch nicht nur Briefmarken, sondern auch sonst einiges: „Das gut sortierte Zeitschriften-Angebot findet man sonst hier nicht so.“

Aus und vorbei? Was die Schramms ärgert: „Das ist alles schon lange bekannt, aber bis jetzt hat sich die Post noch nicht einmal bei uns gemeldet“, sagt Michael Schramm. Dabei müssten sie als Eigentümer doch wissen, ob und wie es weitergeht – und ob es Anfragen gibt. Zwar sei mal jemand dagewesen, habe auch in der Apotheke gefragt, ob die nicht vielleicht Interesse an der Agentur hätte. „Aber wie soll das denn gehen – Briefmarken zwischen den Tabletten“, fragt sich das Ehepaar. „Also wir haben den Eindruck, dass die Post überhaupt kein Interesse mehr am Hammertal hat.“

Post ist optimistisch

Den Eindruck will Alexander Böhm von der Post nicht bestätigen: Zwar sei noch nichts Konkretes zu vermelden, aber man habe bereits Gespräche aufgenommen. „Und ich bin auch recht optimistisch, dass wir bald jemanden finden, der die Postagentur übernimmt.“ Allerdings: Nahtlos werde der Übergang sicher nicht sein. „Also zum 2. März werden wir niemanden finden.“